Friedhofsgebühren haben 2012 um sieben Prozent angezogen - Urnengrab kostet jetzt 1003 Euro

Grabstätten in Kassel sind teurer geworden

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Ein Ort der Ruhe: Unser Archivfoto zeigt ein historisches Grabmal mit Engelskulpur auf dem Kasseler Hauptfriedhof.

Kassel. In Kassel steigen die Friedhofsgebühren in diesem Jahr um sieben Prozent an. Das hat der Friedhofsausschuss auf seiner Sitzung im Dezember einstimmig beschlossen. Damit erhöhen sich die Kosten für Gräber auf Kasseler Friedhöfen innerhalb von einem Jahr um zehn Prozent.

Denn bereits für 2011 hatte es eine Gebührenerhöhung in Höhe von drei Prozent gegeben

Die Gebührenerhöhung hatte seinerzeit exakt im Bundesdurchschnitt gelegen, der ebenfalls bei drei Prozent lag. Auch in diesem Jahr ziehen die Friedhofsgebühren bundesweit stark an. Nach einer Erhebung der Verbraucher-Initiative für Bestattungskultur Aeternitas liegt Kassel sogar noch unter dem Trend. In Düsseldorf beispielsweise steigen die Kosten für Friedhofsnutzer in diesem Jahr um 13 Prozent.

Für das häufig nachgefragte Urnen-Reihengrab müssen in Kassel seit dem 16. Januar für eine Ruhezeit von 20 Jahren 1003 Euro für die Grabstätte bezahlt werden. Vor einem Jahr waren allein diese Kosten noch 66 Euro geringer und lagen bei 937 Euro. Hinzu kommen dann noch 316 Euro Friedhofsgebühren (ohne Feier). 2011 mussten dafür 295 Euro bezahlt werden.

Als Erklärung sagt Jürgen Rehs, der Leiter der Friedhofsverwaltung: „Die gestiegenen Kosten für Energie wie Diesel, Heizöl und Erdgas sowie tarifliche Lohnsteigerungen von 1,9 Prozent haben die Anpassung der Gebühren nötig gemacht.“ Allein mit der Optimierung der internen Betriebsabläufe und der weiteren Reduzierung von Personalstellen könne der Haushalt nicht ausgeglichen werden. Seit 15 Jahren werden nach Auskunft Rehs’ Planstellen reduziert.

Die Kosten für Bestattungen und die Pflege der 15 Kasseler Friedhöfe müssen weitgehend durch die Einnahmen, sprich Gebühren, gedeckt werden. So sieht es die Gebührensatzung vor. Auf dieser Basis müssen die Friedhofs- und Bestattungsgebühren kalkuliert werden.

Trend Feuerbestattung

„Dabei sind wir ebenso wie andere Institutionen und Unternehmen angehalten, effizient zu wirtschaften und zu planen“, so Rehs. Eine Kreditaufnahme zur Finanzierung laufender Kosten sei nach den gesetzlichen Vorgaben der Landeskirche, die die Aufsicht über die Friedhofsverwaltung Kassel führt, nicht möglich. Auch Rehs ist nicht glücklich über die Gebührenerhöhung: „Wir befürchten, dass die Kunden reagieren und sich woanders umschauen.“

Der seit Jahren voranschreitende Strukturwandel bei den Bestattungen bereitet der Friedhofsverwaltung ohnehin Sorgen. „Der Trend zur Feuerbestattung und Urnenbeisetzung hält ungebrochen an“, sagt Rehs. Lag der Anteil der Urnenbeisetzungen im Jahr 2000 bei 49 Prozent, so liege er inzwischen bei über 65 Prozent. Entsprechend sei der Anteil der Erdbestattungen zurückgegangen. Ebenso sind die Bestattungszahlen insgesamt rückläufig. Wurden im Jahr 2000 noch 2140 Menschen auf Kasseler Friedhöfen bestattet, so fanden 2011 lediglich 1650 Beisetzungen statt.

Auch die Nutzung von pflegeleichten und -losen Grab-Arten nehme immer mehr zu, sagt Rehs. Dazu zählten Urnenreihengräber, Urnengemeinschaftsgrabstätte und die Friedparkgräber.

Von Christina Hein

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