Graffiti und Müll: Jugend sorgt für Ärger in Kirchditmold

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Sie machten sich Luft: Anwohner aus Kirchditmold zeigten dem stellvertretendem Ortsvorsteher Lars Ramdohr (links) in der Teichstraße, welche Auswüchse die Jugendtreffen nehmen.

Kassel. Graffiti an den Hauswänden, Beschädigungen der Haltestelle Teichstraße, zerstörte Autospiegel und viel Müll: Die Anwohner von Kirchditmolder Brunnenstraße, Teichstraße und Kapellenweg ärgern sich über eine Gruppe von Jugendlichen.

Die 15- bis 18-Jährigen sitzen abends bei ihnen vor der Tür nicht immer nur friedlich zusammen. Nun wollen sich der Ortsbeirat und die örtliche Jugendarbeiterin der Sache annehmen. Auch das Ordnungsamt ist informiert und die Polizei ermittelt in mehreren Fällen wegen Sachbeschädigung.

Bislang war den Anwohnern das Phänomen fremd: Mit Jugendlichen, die über die Stränge schlagen, gab es kaum Probleme in Kirchditmold. Erst seit dem Frühjahr häuften sich die Vorfälle, sagt einer der Anwohner. Aus Sorge, sein Haus könnte ein zweites Mal von den Jugendlichen besprüht werden, will er seinen Namen nicht nennen.

Aber nicht nur an den Wohnhäusern im alten Ortskern sind die Spuren erkennbar: Wegen Schmierereien und Beschädigungen der Haltestelle Teichstraße ist allein dort ein Schaden von etwa 1000 Euro entstanden, sagt KVG-Sprecherin Heidi Hamdad. Die KVG erstatte deshalb Anzeige.

Möglicherweise, so vermuten die Anwohner, habe sich das Problem zuletzt wegen der Sommerferien weiter verschärft. Einige Jugendliche wüssten wohl nichts besseres mit ihrer Zeit anzufangen, als für Unruhe zu sorgen. Viele ärgert es, dass auch der neu gestaltete Ziegenbrunnenplatz betroffen ist. Dort sind die Bänke beschmiert worden und regelmäßig räumen Nachbarn die Hinterlassenschaften der abendlichen Treffen weg: Bierflaschen, Zigaretten, Glasscherben, Verpackungsmüll.

„Niemanden stört es, wenn sich die Jugendlichen treffen, um sich zu unterhalten und Bier zu trinken“, sagt ein Anwohner. Aber stattdessen gebe es oft „großes Getöse“.

Ortsvorsteherin Elisabeth König (Grüne) und ihr Stellvertreter Lars Ramdohr (SPD) wollen sich das Thema bei der nächsten Ortsbeiratssitzung am 22. August vornehmen. So solle etwa überlegt werden, ob neben dem offenen Jugendtreff der evangelischen Kirche weitere Angebote für die Zielgruppe geschaffen werden.

Susanne Wiechmann, die für die aufsuchende Jugendarbeit in Kirchditmold zuständig ist, will mit den Jugendlichen das Gespräch suchen. Sie glaubt, dass vor allem die Sommerferien das Problem verschärften.

Vergangene Woche ertappte die Polizei einen 18-Jährigen bei Schmierereien in der Teichstraße. Er wurde vorläufig festgenommen. (bal)

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