Hauseigentümer bleiben meist auf dem Schaden sitzen

Graffiti verschandeln Kassels Stadtbild immer mehr

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Kassel. Ob Privathaus, Schule, Bahnhof oder historisches Gebäude: Kaum eine Fläche in Kassel ist vor illegalen Farbschmierereien sicher.

Die Zahl der Anzeigen ist in den vergangenen Jahren zwar etwa konstant geblieben. Doch im Stadtbild sind immer mehr Graffiti zu sehen, weil viele Hauseigentümer die Schmierereien nicht mehr entfernen lassen. Sie befürchten, dass die neu gestrichene Fläche ohnehin bald wieder verunstaltet wird. Zudem bleiben sie meist auf den Kosten sitzen.

„Durch die vielen alten Farbschmierereien nimmt das Problem gefühlt zu“, sagt Sylvia Paar von der AG Graffiti im Polizeipräsidium Nordhessen. 450 bis 500 neue Fälle von Sachbeschädigung durch Graffiti wurden im Stadtgebiet zuletzt im Jahr angezeigt (Landkreis: 130). Der dadurch entstandene Schaden beträgt laut Paar mehr als 250.000 Euro. Wegen der hohen Dunkelziffer sei die tatsächliche Schadensumme aber vermutlich deutlich höher. Die Ermittlerin schätzt, dass nur die Hälfte der Fälle angezeigt wird.

Bahnhöfe und Züge gehören ebenso zu beliebten Objekten der Sprayer. Laut Bundespolizei wurden 2014 allein im Kasseler Stadtgebiet 500 Quadratmeter Fläche auf Bahnanlagen beschmiert. Schaden: 120.000 Euro. Auch die Stadt Kassel ist betroffen: 26.000 Euro aus der Stadtkasse hat die Beseitigung von Graffiti auf kommunalen Gebäuden im vergangen Jahr gekostet - ein leichter Anstieg gegenüber den Vorjahren.

Zwar lag die Aufklärungsquote bei illegalen Graffiti im Bereich der Polizeipräsidium Nordhessen zuletzt bei 40 Prozent. „Täter, die regelmäßig spühen, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann erwischt und bestraft“, sagt Polizeioberkommissarin Paar. Doch selbst dann haben die Geschädigten häufig kaum Aussicht auf Schadensersatz. „Meist handelt es sich um Jugendliche, bei denen nichts zu holen ist.“ Der Verband Haus & Grund rät privaten Eigentümern, Schmiererein zügig zu entfernen. Sonst locke man häufig Nachahmer an.

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