Studierende präsentieren Entwürfe für Seminargebäude im Schaugarten

Graswurzelhaus im Hang

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Modelle auf dem Prüfstand: Die Studierenden Maria Obenaus (von links), Nathalie Heinrich und Philipp Herwig erklärten den Lehrbeauftragten Roman Läsker und Lisa Kietzke sowie Prof. Eichenlaub ihr Graswurzelhaus.

Witzenhausen  / Kassel. Bisher ist es eine nur teilweise umgesetzte Idee: ein öffentlicher Schaugarten der Natur mit einem Informations- und Lehrzentrum für die ökologisch ausgerichtete Kirschenstadt Witzenhausen.

Dieser Plan des Vereins Urtica, einer Gründung von Studierenden und Ehemaligen der Ökologischen Agrarwissenschaften der Universität Kassel, nimmt Formen an: 15 Studierende des Fachbereichs Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung (ASL) präsentieren in dieser Woche in Witzenhausen sieben Entwürfe für ein Seminarhaus im ökologischen Schaugarten des Vereins.

Urtica hat für das Projekt nördlich des Nordbahnhofs neben Kleingärten eine 6000 Quadratmeter große, ehemalige Kirschenplantage erworben. Dort gibt es bereits eine Streuobstwiese, eine Pflanzenkläranlage, eine Kompost-Toilette, eine Solardusche und einen Lehmbackofen.

Schwierige Vorgaben

Tabea Pfeiffer

Die Vorschläge der ASL-Studierenden, die während des seit einem halben Jahr laufenden Projekts von Kommilitonen des Fachbereichs Agrarwissenschaften in Witzenhausen beraten wurden, knüpfen an ökologische Vorgaben an. Das Seminarhaus soll mit erneuerbaren Energien versorgt werden. Der an der Uni Kassel entwickelte Wasserrucksack „Paul“ könnte aufgefangenes Regenwasser zu trinkbarem Nass filtern, eine Kompostvergärungsanlage oder ein mit Holz heizbarer Kamin für Wärme sorgen.

Architektonisch und landschaftsplanerisch setze das Vorhaben hohe Hürden, sagt Professor Alexander Eichenlaub, Leiter des Projekts am Fachbereich ASL. Der Schaugarten liegt neben einem Kleingartengelände. Ein Gebäude müsste sich gut in die Landschaft einpassen, um genehmigungsfähig zu sein. Die Studierenden haben dafür originelle Lösungen gefunden: Maria Obenaus, Nathalie Heinrich und Philipp Herwig etwa haben ein „Graswurzelhaus“ als Modell gebaut, das sich in den Hang des Schaugartens schmiegt, mit Gras überwachsen ist und mit Stroh isoliert wird. Andere Studierende haben ein Baumhaus oder Gebäude auf Holzstelzen entworfen. Ein Entwurf hat das Baukastenprinzip zum Vorbild. Es kann nach Bedarf um weitere Räume erweitert werden.

Mit einer konkreten Umsetzung des Projekts noch in diesem Jahr rechnen weder Eichenlaub noch Tabea Pfeiffer vom Verein Urtica. „Wir sind im Prozess“, sagt Pfeiffer. Die Entwürfe passten gut zum Projekt des Schaugartens. „Etwas kleinteiliger“ hätten sie gute Chancen. Man verhandele mit Witzenhausen über die Aufstellung eines Bebauungsplans für diesen baurechtlich sensiblen Bereich. Man habe aber gehofft, dass das Verfahren schneller vorankomme.

Die Studierenden sollen das Projekt im Sommersemester fortsetzen. Nach Ansicht des Professors sollte die Uni in Witzenhausen als Vertragspartner für den Schaugarten einsteigen, um ihn für den Lehrbetrieb zu nutzen.

Von Peter Dilling

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