Termin vor Amtsgericht fällt aus

AfD-Politiker Gratzer zieht Räumungsklage gegen Mieter zurück

Dieter Grazter

Kassel. Der Stadtverordnete Dieter Gratzer, der kürzlich den Fraktionsvorsitz der AfD in der Stadtverordnetenversammlung niedergelegt hat, hat die Räumungsklage gegen Mieter einer seiner Wohnungen zurückgezogen.

Ein entsprechender Termin am Dienstag vor dem Amtsgericht Kassel fällt daher aus, wie Matthias Grund, Sprecher des Amtsgerichts, auf Anfrage der HNA bestätigt.

Gratzer hatte Anfang September eine Räumungsklage gegen ein Ehepaar angestrebt, das seit mehreren Jahren in der Wohnung an der Frankfurter Straße 165 lebt. Gratzers Anwalt hatte die Klage damit begründet, dass die Wohnung des Paares zugemüllt und verdreckt sei und sich dort Mäuse und Kakerlaken aufhalten.

Die Mieter hatten diese Vorwürfe zurückgewiesen. Gratzer habe versucht, sie aus der Wohnung zu mobben, um diese dann teurer an Flüchtlinge vermieten zu können. Gratzer habe ihnen auch Geld geboten, wenn sie aus der Wohnung ausziehen. Nachdem sie auf dieses Angebot nicht eingegangen seien, habe Gratzer versucht, sie mit rechtlichen Schritten aus der Wohnung zu ekeln.

Wie die HNA berichtete, hat der AfD-Politiker vier Wohnungen in dem Nachbarhaus an Flüchtlinge vermietet.

Bei einem Ortstermin Mitte November, bei dem die HNA anwesend war, schaute sich Gratzer die Wohnung seiner Mieter mit einer Mitarbeiterin seines Anwalts an. Damals sagte er, dass in der Wohnung alles in Ordnung ist. Entsprechend wurde jetzt die Räumungsklage zurückgezogen.

Seinen Fraktionsvorsitz hatte Gratzer in der vergangenen Woche abgegeben.

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