Auf Friedrichsplatz

Grauer Bus erinnert an Kasseler Euthanasie-Opfer

Kassel. Ein grauer Bus aus Beton erinnert seit Dienstag auf dem Friedrichsplatz an die Opfer des sogenannten Euthanasie-Programms im Nationalsozialismus.

Das in Segmente zerschnittene, begehbare 70 Tonnen schwere Denkmal ist in Originalgröße den Bussen mit grauer Tarnfarbe und mit verdunkelten Scheiben nachgebildet, in denen 1940/41 Patienten von Pflegeanstalten zu sechs Tötungsanstalten gebracht wurden. Dort wurden sie mit Kohlenmonoxid ermordet.

Ein identischer Bus steht seit 2006 vor dem Zentrum für Psychiatrie Die Weissenau in Ravensburg. Der Kasseler Künstler Dr. Horst Hoheisel und der Ravensburger Künstler und Architekt Andreas Knitz hatten damals einen Wettbewerb für ein Mahnmal gewonnen, das an die getöteten psychisch Kranken und Behinderten erinnern sollte. Ein zweiter grauer Denkmal-Bus wechselt seither seine Standorte entlang der Verwaltungswege und der historischen Fahrstrecken der Todesbusse. Nach Stationen unter anderem in Berlin, Brandenburg, Stuttgart, Neuendettelsau, Pirna und zuletzt München steht er nun zum ersten Mal in Hessen.

Fotos: Grauer Bus erinnert an Euthanasie-Opfer

Grauer Bus erinnert an Euthanasie-Opfer

Eingeladen hat den Bus, der voraussichtlich bis Juni 2014 vor der Elisabethkirche platziert sein wird, der Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen. Er hat bei seiner Gründung 1953 die Rechtsnachfolge der ehemaligen Landesheilanstalt Hadamar übernommen - eine der sechs Tötungsanstalten. Unterstützt wird der Kasseler Halt des grauen Busses auch vom Förderverein der Gedenkstätte Hadamar, von der Stadt Kassel und der Kasseler Sparkasse.

Von Mark-Christian von Busse

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.