Tipps von Ärzten und Ernährungsberatern

Dunkelster Winter seit Beginn der Aufzeichnungen: Darauf sollten Sie jetzt achten

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Sonne? Scheint. Die Kasseler Studenten Birte Mergardt und Lucas Popp genießen auf den Stufen des Fridericianums bei einer Pause mit Kaffee das schöne Wetter. Zum Wochenende kehrt der Winter aber auch bei uns wieder zu seiner grauen Routine zurück.

Kassel. Nach ein paar Tagen Sonne kehrt das Wetter in Kassel zum Wochenende hin wieder zu seiner tristen Routine zurück. Ärzte und Ernährungsberater erklären, worauf wir jetzt achten müssen.

Es ist der bisher dunkelster Winter seit Beginn der Aufzeichnungen. Das kann nicht nur aufs Gemüt, sondern auch auf die körperliche Gesundheit schlagen.

Durch Sonnenlicht nimmt der Körper Vitamin D auf. Kommt es dauerhaft zu einem Mangel, kann das im schlimmsten Fall lebenslange Infektanfälligkeit und chronische Krankheiten wie Diabetes (Typ 1) zur Folge haben, bei Kindern auch Rachitis. In Ländern, in denen es im Winter länger dunkel ist – wie etwa in Finnland – wird der Mangel an Vitamin D über angereicherte Nahrungsmittel, beispielsweise in der Milch, ausgeglichen. Doch was müssen die Kasseler beachten, wenn sich die Sonne wie in diesem Winter versteckt?

Der Kasseler Ernährungsberater Rainer Brummelte

Die gute Nachricht vorweg: Treten keine Symptome für Vitamin-D-Mangel auf (siehe Hintergrund), brauche man auch nichts zu unternehmen. Das sagt der zertifizierte und von den Krankenkassen anerkannte Kasseler Ernährungsberater Rainer Brummelte. „Man sollte Mängel gezielt ausgleichen und nicht prophylaktisch“.

Nimmt man vorsorglich zu viel Vitamin D zu sich – etwa durch Tabletten oder andere Präparate – könne dies zu einer sogenannten Hypervitaminose führen, also einer Überversorgung mit dem Vitamin. Das bestätigt auch der Baunataler Kinderarzt Gerhard Bleckmann. Eine Überdosierung mit Vitamin D sei zwar sehr schwierig, könne aber Verstopfung und Übelkeit zur Folge haben.

Der Baunataler Kinderarzt Gerhard Bleckmann

Anders verhalte es sich bei Babys und Kleinkindern, die in den ersten Lebensjahren vergleichsweise wenig Sonnenlicht abbekommen, da sie im Kinderwagen oft dick eingepackt sind und den Rest der Zeit meist in der Wohnung verbringen. Aufgrund der hohen Wachstumsgeschwindigkeit sei Vitamin D für Kinder besonders wichtig, um Knochen- und Muskelschäden vorzubeugen. In Absprache mit dem Kinderarzt sollten Eltern ihren Kindern, je nach Geburtsmonat, zwischen einem und eineinhalb Jahren nach der Geburt täglich ein Vitamin-D-Präparat geben, sagt Bleckmann.

Das A und O, um einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen, sei jedoch eine gesunde Ernährung. Da sind sich Ärzte und Ernährungsexperten einig. Wer regelmäßig Obst und Gemüse isst, dazu noch fetthaltigen Fisch wie etwa Lachs, Milchprodukte – besonders Käse und Eier – sowie Pilze, die ebenfalls viel Vitamin D enthalten, lege schon mal eine gute Grundlage für seine Gesundheit.

Zweite grundsätzliche Empfehlung, die Brummelte, Bleckmann und auch der Kasseler Allgemeinmediziner und Sprecher der Ärztegenossenschaft Doxs, Stefan Pollmächer, aussprechen: Sobald die Sonne scheint, ab nach draußen.

Der Kasseler Allgemeinmediziner Stefan Pollmächer

Gerade Veganer sollten viel ins Freie, da sie durch ihre Ernährung in besonderem Maße gefährdet seien, einen Vitamin-D-Mangel zu entwickeln, sagt Ernährungsexperte Brummelte. Und selbst wenn die Sonne nicht wie dieser Tage scheint, solle man vor die Tür. Denn: Auch Tageslicht reguliere den Vitamin-D-Haushalt.

Der Vitamin-D-Spiegel kann im Blut untersucht werden. Zwar könnten mehrere Symptome für einen Vitamin-D-Mangel auftreten und trotzdem eine ganz andere Ursache haben, dennoch empfiehlt Stefan Pollmächer, einen Termin beim Arzt zu machen, sobald eines oder mehrere Symptome auftreten. Er rät auch, vorher mit der Krankenkasse zu klären, ob sie die Kosten für die Untersuchung übernimmt.

Hintergrund: Symptome für Vitamin-D-Mangel

Zunächst muss festgehalten werden, dass die Symptome für Vitamin-D-Mangel sehr unspezifisch sind, also einzeln oder in Kombination auftreten und trotzdem eine ganz andere Ursache haben können. Tritt eines oder mehrere der folgenden Symptome auf, ist es trotzdem ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

Zu den Symptomen für Vitamin-D-Mangel gehören: 

• Müdigkeit 

• Antriebslosigkeit 

• Energielosigkeit 

• Schlappheit 

• Konzentrationsschwierigkeiten 

• schwaches Immunsystem 

• Schwindel 

• Kreislaufprobleme 

• Kopfschmerzen

Seltener: 

• Muskelschwäche 

• Muskelzittern 

• Gelenkschmerzen

Leserfotos: Der Winter in Nordhessen und Südniedersachsen

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