Bundestagswahl

SPD-Kandidat Gremmels setzt im Wahlkreis Kassel alles auf eine Karte

Das Konterfei des SPD-Bundestagsabgeordneten Timon Gremmels auf einer Praline im Wahlkampf 2017.
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Setzt darauf, dass die Wähler seine Arbeit honorieren werden: Der SPD-Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels will erneut den Wahlkreis Kassel direkt gewinnen. Das Foto zeigt sein Konterfei auf einer Praline im Wahlkampf 2017.

Beim Landesparteitag der Hessen-SPD ist Timon Gremmels, der Bundestagsabgeordnete und nordhessische Bezirksvorsitzende, nur auf den 25. Listenplatz gewählt worden.

Kassel – „Das war mein ausdrücklicher Wunsch“, betont dazu der 45-jährige Sozialdemokrat aus Niestetal. Freiwillig kandidiere er als letzter aller hessischen SPD-Wahlkreiskandidaten auf Listenplatz 25, weil er seinen Wahlkreis 168 (Kassel) für „gewinnbar“ halte. Und weil er alles daran setzen wolle, den Wahlkreis zu holen, um für weitere vier Jahre als direkt gewählter Abgeordneter in den Bundestag einzuziehen. Insgesamt verfügt die Liste über 51 Plätze.

Bei der Wahl 2017 war Gremmels als Nachfolger von Ulrike Gottschalck erstmals als SPD-Direktkandidat im Wahlkreis Kassel angetreten. Mit Erfolg, erhielt der SPD-Mann doch 35,6 Prozent der Erststimmen. Damit ließ er seinen stärksten Mitbewerber Norbert Wett (CDU/26,9) weit hinter sich.

Seit 1949 ist der Wahlkreis 168, der die Stadt Kassel sowie Ahnatal, Espenau, Fuldabrück, Fuldatal, Helsa, Kaufungen, Lohfelden, Nieste, Niestetal, Söhrewald und Vellmar im Landkreis Kassel umfasst, stets von SPD-Direktkandidaten gewonnen worden. Selbstbewusst und „ohne Netz und doppelten Boden“ kämpfe er am 26. September um das Direktmandat. Er hoffe, so Gremmels, dass die Wähler seine Arbeit als Abgeordneter und sein Engagement im Wahlkreis in den vergangenen vier Jahren honorieren werden.

Vorschläge zur Platzierung der Kandidaten auf der Landesliste machen die SPD-Bezirke Nord und Süd. Als Bezirksvorsitzender hätte sich Gremmels also weiter vorn auf der Liste ins Spiel bringen können, wollte er aber nicht. „Ich finde, es wäre ein verheerendes Signal gewesen, wenn ich mich vorn auf der Liste hätte absichern wollen.“ Er setze alles auf eine Karte. Und wenn es schiefgehe, dann sei das eben so. Gremmels: „Es gibt auch ein Leben nach der Politik.“

Anders sieht die Situation nach Ansicht des SPD-Bezirksvorsitzenden im Wahlkreis 167 (Waldeck) aus, der im Landkreis Kassel Baunatal und Schauenburg sowie die Städte und Gemeinden der Altkreise Wolfhagen und Hofgeismar umfasst. Dieser Wahlkreis sei „in der Tat schwerer“, sei 2013 ja schon von einem CDU-Direktkandidaten (Thomas Viesehon) gewonnen worden, so Gremmels. Sozialdemokratin Esther Dilcher habe den Wahlkreis vor vier Jahren zurückgewonnen. Deshalb sei es richtig, dass Dilcher einen vorderen Platz auf der Landesliste (8) bekommen habe.

Bislang gibt es zwölf hessische Sozialdemokraten im Bundestag. Gehe man bei der Wahl im September von einem ähnlichen Ergebnis wie im Jahr 2017 aus, dann könnten neben den direkt Gewählten neun oder zehn weitere SPD-Kandidaten über die Liste einziehen, so Gremmels.

Die nordhessische SPD hat nach eigener Einschätzung ihre Kandidaten bei der Listenaufstellung zur Bundestagswahl am 26. September „allesamt gut platziert“. Dies hat der Bezirksvorsitzende Timon Gremmels nach dem Landesparteitag der hessischen SPD am Wochenende in Offenbach erklärt. Mit Michael Roth, dem aus Heringen (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) stammenden Bundestagsabgeordneten und Europaminister im Auswärtigen Amt, führt ein Nordhesse die Liste der Hessen-SPD zur Bundestagswahl an. Es folgen die weiteren nordhessischen Kandidaten Sören Bartol (Platz 5), Esther Dilcher (Platz 8), Edgar Franke (Platz 11), Birgit Kömpel (Platz 16) und Timon Gremmels (25).

(Von Andreas Hermann)

Esther Dilcher

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