Zahlen oder nicht?

Griechenland möchte mehr Geld: Das halten die Kasseler davon

Auf dem roten Teppich zum lieben Geld? Ministerpräsident Alexis Tsipras mit Kanzlerin Angela Merkel bei seinem Antrittsbesuch in Berlin vor dem Bundeskanzleramt. Foto:  Rainer Jensen / dpa

Kassel. Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras erhofft sich von seinem Deutschlandbesuch, dass Kanzlerin Angela Merkel ein gutes Wort bei den EU-Geldgebern einlegen wird.

Wir fragten in Kassel Griechen und Deutsche: Soll Griechenland weiter Geld bekommen? Sind Reparationsforderungen an Deutschland gerechtfertigt? Hier die Antworten:

Dr. Maria Daskalakis,hat griechische Wurzeln

Die in Deutschland geborene Wirtschaftswissenschaftlerin Dr. Maria Daskalakis arbeitet an der Universität Kassel und hat Familienangehörige in Griechenland. Für sie steht fest: „Die Reparationen sollten gezahlt werden. Deutschland hat im Zweiten Weltkrieg viel genommen. Heute herrscht in vielen griechischen Dörfern und Städten Armut, es gibt kaum Fabriken, kaum Industrie. Deswegen ist es viel wichtiger, die gesamte Wirtschaftslage Griechenlands im Blick zu haben, als immer nur die Schulden-Diskussion zu führen. Man kann schließlich nicht aus dem Nichts Schulden bedienen.“

Panagiotis Karageorgos, geboren in Griechenland

Der 29-jährige Panagiotis Karageorgos lebt seit September 2011 in Deutschland und studiert Psychologie an der Uni Kassel. „Ich bin hierher gekommen, weil die Lebenspartnerin meines Vaters Kasselerin ist und ich mir hier aufgrund der Krise bessere Zukunftschancen vorstelle. Es sollten Reparationen gezahlt werden, aber unabhängig von der aktuellen Diskussion - vielleicht in eine Art Stiftung, die der deutsch-griechischen Freundschaft guttut.“

Birgit Zobel (61) aus Söhrewald ist für Reparationszahlungen: „Wir befinden uns in einer Solidargemeinschaft und da die Reparationen festgelegt wurden, sollten sie gezahlt werden“, sagt Zobel.

Siegfried Kalinowski (72),aus Söhrewald

Egon Boettcher (50) aus Staufenberg ist anderer Meinung: „Griechenland hat seine Chancen verspielt. Ich bin gegen die Zahlungen, weil wir am Ende die Leidtragenden sind. Griechenland hat die Schulden nicht weit genug abgebaut. Sie sollten aus dem Euro austreten.“ Siegfried Kalinowski (72) ist auch dagegen: „Wir haben genug gezahlt und es wird immer mehr. Griechenland sollte im eigenen Land anfangen, wir haben auch nichts zu verschenken.“

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