200.000 Euro Reinigungskosten

Grill- und Picknickmüll in Aue und Bergpark sorgen für Ärger

Kassel. Dosen, Flaschen, Becher, Plastik, Pappe – der Müll in Kassels Parkanlagen nimmt wieder zu. „Je besser das Wetter, um so mehr Grill- und Picknickabfälle müssen wir wegräumen – vor allem nach Wochenenden“, sagt Michael Boßdorf, Gartenleiter der Museumslandschaft Hessen Kassel (mhk).

Das gelte für den Bergpark und die Karlsaue. Vor allem auf der Karlswiese vor der Orangerie und unterhalb der Schönen Aussicht nehme die Menge achtlos zurückgelassenen Abfalls seit Jahren zu.

Auch städtische Parks sind von Vermüllung betroffen. „Jedes Jahr wendet die Stadt 200.000 Euro für die Beseitigung von Müll in Grünanlagen auf“, sagt Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich. Bei den städtischen Anlagen seien das Buga-Gelände, die Goetheanlage und der Friedrichsplatz besonders betroffen. „Beschwerden kommen regelmäßig zum Sommerbeginn“, sagt Happel-Emrich. Eine generelle Zunahme von Müll in städtischen Grünanlagen sei allerdings nicht festzustellen. Zwar seien laut mhk-Parkordnung Grillen und Picknicken im Bergpark und in der Karlsaue verboten, werde aber dennoch geduldet, sagt Boßdorf. Grund: „Die Parkordnung hat keine straf- und ordnungsrechtliche Relevanz“.

Wer also picknickt oder grillt, kann dafür nicht belangt werden. Wir können nur reagieren, wenn tatsächlich eine Straftat (Sachbeschädigung) oder eine Ordnungswidrigkeit (Ruhestörung) begangen werde. Das achtlose Liegenlassen von Müll falle jedoch in einen Graubereich. Auch in städtischen Parks dürfen gängige Grills – auch Einweggrills – betrieben werden. Offenes Feuer ist verboten. Auf dem Buga-Gelände darf nur jenseits des Uferwegs gegrillt werden. Grillen direkt am See oder auf den Stränden ist verboten. „Glut und Asche müssen gelöscht und beseitigt werden“, sagt Happel-Emrich. Andernfalls drohten Geldbußen bis zu 5000 Euro.

Von Boris Naumann

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Rubriklistenbild: © dpa

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