Heute wird angegrillt: Das kommt in der Region auf den Rost

Kassel. Das Wochenendwetter soll schön werden. Dann wird sich ein Dunst über die Stadt legen: Kassel lässt seine Grills warmlaufen. Wir haben bei Metzgern nachgefragt, was in diesem Sommer unbedingt auf den Rost gehört.

Fleischermeister Mario Träbing von der Metzgerei Barthel ist sich sicher: „Die Leute sind die schnöden Lachs- und Kammsteaks leid.“ Im Kommen sei Rindfleisch - genauer gesagt American Beef.

Das Fleisch sei zart im Biss, sagt der Experte, der für die Filialen an der Kohlenstraße und Wilhelmsstraße/ Ecke Königsstraße arbeitet.

Weitere Trends seien Wild, etwa Hirschrückensteaks und Wildschweinkeule, Fisch aber auch Lammkeule. Beim Fisch eigne sich am besten der Lachs zum Grillen. Pangasius zerfalle sehr leicht. „Auf dem Grill sollte es zwei Hitzezonen geben, die Kohle also auf einer Seite konzentrieren“, rät Träbing. Auf der heißen Seite könne etwa Rindfleisch kross angebraten werden, die andere Seite diene zum Garen.

Videos

Noch mehr Tipps von Profis und Rezeptideen gibt es in unseren Videos auf Youtube.

Volker Löffler von der Metzgerei Löffler, Kölnische Straße, glaubt nicht so sehr an neue Trends: „Der Markt ist ausgereizt.“ Löffler setzt auf die Klassiker wie Kammsteaks und Hausmacher Bratwurst. „Alles andere ist Beiwerk.“ Die einzige Entwicklung, die sich aber schon länger abzeichne, sei der steigende Absatz beim Geflügel.

Karl Sturm von der Lohfeldener Metzgerei Sturm findet: „Fackeln laufen der Bratwurst den Rang ab.“ Gut liefen auch Lammrückenfilets und Rindermedaillons im Speckmantel. Eine Besonderheit seiner Metzgerei seien die „Schusterjungen“, ein 120 Gramm schweres Stück Schweinefleisch, das in einem Knochen liege und deshalb kaum Muskeln habe und sehr zart sei.

Bauernbratwurst mit Ahler-Wurst-Füllung, marinierte Kammsteaks mit Tomaten, Wellenspieße aus magerem Schweinerücken und Grillfackeln aus Schweinebauch am Spieß - das mögen viele Kunden der Fleischerei Rohde an der Frankfurter Straße. Vom Schwein werde gern der saftige Kamm genommen, sagt Wanda Zindel, die bei Rohde hinter der Theke steht. Mit dem gestiegenen Gesundheitsbewusstsein legten aber immer mehr Grillfans lieber Geflügel oder Rindfleisch auf den Rost. Eine Bratwurst gehöre beim Grillen immer dazu, sagt die Verkäuferin. „Dann ist der erste Hunger schon mal gestillt, bis die Steaks fertig sind.“ Dass viele den Start in die Grillsaison kaum erwarten können, zeigte sich bei Rohde gestern an der verstärkten Nachfrage nach Grillfleisch.

Nur selten Fisch

„Der Trend geht zu magerem Fleisch wie Geflügel - Putensteaks und Hähnchenbrust“, sagt Metzgermeister Thomas Thiel. Fisch komme nur selten auf den Grill, wie er aus Kundengesprächen wisse. Ganz oben in der Gunst stehe Bratwurst in verschiedenen Variationen - mit Gemüse-, Käse- oder Kartoffeleinlage. Beliebt seien in der Metzgerei an der Friedrich-Ebert-Straße auch marinierte magere Schweinesteaks.

Der Chef empfiehlt Nackensteaks, Schweinebauch oder Spareribs. „Die bleiben saftiger.“ Einen Ansturm erwartet er vor allem vor dem 1. Mai. „Das ist ein klassischer Grilltag.“

Von Ellen Schwaab und Bastian Ludwig

Rezepte für Vegetarier

Artischocken und Spargel sind sehr gesund, und gegrillt ist beides eine herrliche Abwechslung zu herkömmlichen Gemüse-Spießen vom Grill. Zutaten für 4 Portionen 700 g grüner Spargel, 2-3 EL Olivenöl, 10 kleine Artischocken, 2 EL Zitronensaft, Salz und frisch gemahlener Pfeffer zum Würzen.

Zubereitung Spargel waschen und trocken tupfen. Die trockenen Enden des Spargels abschneiden und eventuell im unteren Drittel etwas schälen. 1 EL Olivenöl mit einem ½ TL Salz mischen und den Spargel darin mehrmals wenden. Einen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Die Artischocken bis hin zu den gelblichen Blättern schälen. Die Stiele und jeweils die grünen Spitzen abschneiden. Artischocken halbieren und für ein paar Minuten in eine Schüssel mit kaltem Wasser und Zitronensaft geben, sonst verfärben sie sich. Artischocken abgießen und etwa acht Minuten in kochendem Wasser garen, dann abgießen, unter kaltem Wasser abspülen und abtropfen lassen. Die halbierten Artischocken wieder in eine Schüssel geben und mit Olivenöl, Salz und Pfeffer gründlich mischen. Artischocken und Spargel auf den Grillrost legen (mittlere Schiene) und fünf bis zehn Minuten garen, dabei gelegentlich wenden.

Frisches Pistazien-Pesto passt gut zu gegrilltem Gemüse und geröstetem Brot, aber nicht zu mariniertem Fisch und Fleisch. Zutaten für 4 Portionen Etwa 30 Minzblätter, 50 g geröstete, gesalzene Pistazien (geschält), 1 Knoblauchzehe (geschält), 1 EL Zitronensaft, 120 ml Olivenöl, 1/2 TL Zucker, Salz und Pfeffer zum Abschmecken.

Zubereitung Minze, Pistazien und Knoblauch mit Pürierstab oder Küchenmaschine zerkleinern. Zitronensaft, Zucker und Olivenöl dazugeben und gut mixen. Pesto mit Salz und Pfeffer abschmecken. (eul)

In der gedruckten Samstagsausgabe finden Sie noch mehr Tipps zum Grillen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.