Nordhessen profitiert vom neuen Marketing

Tourismus im Aufwind: Grimm-Heimat zieht immer mehr Gäste an

Untrennbar mit dem Grimm-Märchen Dornröschen verbunden: Die Sababurg nördlich von Kassel. Das Regionalmanagement hat sich diese Verbindung zunutze gemacht und 2009 das Marketingkonzept „Grimm-Heimat Nordhessen“ aus der Taufe gehoben. Foto: Blafield/nh

Kassel. Vier Jahre nach Einführung der Marke „Grimm-Heimat Nordhessen“ feiert die regionale Tourismusbranche zunehmend Erfolge. „Bei 7,6 Millionen Übernachtungen im Jahr werden inzwischen 2,5 Milliarden Euro Umsatz im Tourismus in Nordhessen erzielt“, sagt Holger Schach, Geschäftsführer des Regionalmanagements Nordhessen.

Knappe eine Milliarde Euro blieben davon als reine Wertschöpfung zurück. So zähle der Tourismus neben der Mobilitäts- und Energiewirtschaft längst zu den wichtigsten Motoren Nordhessens.

Schach sieht nach wie vor weitere Entwicklungschancen. Dreh- und Angelpunkt für den aktuellen Erfolg sei die Vernetzung regionaler und überregionaler Akteure auf allen Ebenen – angefangen von einzelnen Freizeitanbietern und Gastgebern über lokale Tourismusverbände und Arbeitsgruppen bis hin zu den Kommunen und Landkreisen.

„Vorbildliche Vernetzung“

„Unter der Marke Grimm-Heimat Nordhessen gelingt uns diese Vernetzung aktuell vorbildlich“, sagt Schach. Die Regionalmanagement Nordhessen GmbH spiele hierbei als Koordinator und Projekteninitiator die lenkende Rolle. Erfolgreich sei auch das mit der Marke neu eingeführte Marketing. „Es war ein wichtiger Schritt, Nordhessen als Urlaubsregion mit den Brüdern Grimm in Verbindung zu setzen. Damit lässt sich die Region auch global bewerben, weil jeder die Grimms kennt. Ohne das bliebe Nordhessen einfach nur eine schöne Hügellandschaft.“

Holger Schach

Vor allem in dieser Hinsicht sieht Schach noch Entwicklungspotenzial. „Wichtig ist, dass auch Einzelanbieter ihre Dienstleistung künftig stärker in eine ,Geschichte‘ einbetten, um sich besser vermarkten zu können“, sagt Schach. Ein Feriendorf in Schmallenberg im Sauerland mache es vor. „Die Anlage verkauft sich als nördlichstes Bergdorf in Deutschland – und hebt sich erfolgreich mit passendem Angebot ab.“

Erfolge feiere auch die vor knapp einem Jahr eingeführte Gästekarte MeineCardPlus. Übernachtungsgäste erhalten diese Karte gratis und können dafür kostenfrei Busse und Bahnen sowie Freizeiteinrichtungen wie Bäder, Museen oder Freizeitparks nutzen. „Gäste zahlen zwar 2,90 Euro mehr pro Übernachtung, empfinden aber einen deutlich größeren Mehrgewinn, weil sie alles kostenlos nutzen dürfen.“

Effekt: Die Gäste blieben länger, um die Karte ausschöpfen zu können. „Und Geld, das sie beim Eintritt sparen, geben sie an anderer Stelle aus“, sagt Schach. Inzwischen beteiligten sich 120 Hotelbetriebe an der Gästekarte. „Angefangen haben wir mit 75“, sagt Schach.

Von Boris Naumann

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.