Regionalmanagement legt Pläne einer Märchenroute vorerst auf Eis – Kritik vom ADFC

Grimm-Radweg kommt nicht ins Rollen

Kassel. Die Region will künftig noch mehr mit den Brüdern Grimm punkten. Mit der Grimm-Welt soll ein großes Museum entstehen, im laufenden Grimm-Jahr finden zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen statt. Für die Idee eines Grimm-Radwegs in der Region gab es jetzt aber vorerst eine Absage.

Die Idee für den Radweg, der auf 410 Kilometern an Grimm- und Märchenorten entlangführen soll, stammt vom ADFC-Mitglied Ulrich Horstmann, Radwegebeauftragter im Kreis Schwalm-Eder. Sie war im November beim Radforum Nordhessen vorgestellt worden. Das Regionalmanagement Nordhessen hat die Pläne jetzt aber bis auf Weiteres auf Eis gelegt.

Zum einen sei der Weg teilweise zu anspruchsvoll für Freizeitradler, sagt Ute Schulte, Leiterin des Bereichs Touristik beim Regionalmanagement, auf Anfrage. Zum anderen sei die Finanzierung auch für die beteiligten Kommunen derzeit nicht zu stemmen. „Von den Touristikern gab es ablehnende Signale.“

Der Entwurf des ADFC sieht eine Route an Fulda, Diemel, Eder, Werra und weiteren Flüssen vor. Aus zehn vorhandenen Radrouten sollte ein Rundweg gebildet werden, der an 41 Kommunen vorbeiführen würde, unter anderem Kassel, Hann. Münden, Kaufungen und Helsa. „Der Grimm-Radweg hätte Radtouristen bis zu zehn Tage in der Region gehalten“, sagt der ADFC-Landesvorsitzende Volkmar Gerstein. „Das wäre nichts zum Durchbrettern.“ Er bedauert, dass der Grimm-Radweg auf unbestimmte Zeit verschoben wird. „Mit dem Märchenland der Brüder Grimm haben wir ein Pfund, mit dem wir wuchern müssen. Wir brauchen diesen Radweg als neue Freizeitroute.“ Die zu erwartenden Kosten für die Ausbesserungen des Wegs an einigen Stellen und die Beschilderung könne man nicht genau beziffern, sagt der ADFC-Vorsitzende. „Aber es sind keine Unsummen.“

Die Idee des Grimm-Radwegs sei „wirklich charmant“, sagt Ute Schulte. Nachdem man aber gerade den Fulda-Radweg aufgewertet habe und nun bewerbe, könne man nicht sofort ein neues Projekt umsetzen. Der Aufwand sei nicht unerheblich. „Wir müssen das noch mal ein bis zwei Jahre zurückstellen.“

Dann sei zu prüfen, ob die Streckenführung attraktiv sei. Wenn der Grimm-Radweg eine touristische Route werden solle, dürfe er nicht nur ambitionierte Radfahrer ansprechen. Zudem sei die Familienfreundlichkeit der Route wichtig. Die Radwege sollten nach Möglichkeit nicht auf Landstraßen verlaufen. (rud)

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