Exponate landen im Depot

Ausstellung „Baustelle Grimm“ informiert Besucher im Palais über Baufortgang

Soll künftig jährlich 80 000 Besucher anziehen: Der Rohbau der neuen Grimmwelt auf dem Weinberg steht. Handwerker sind bereits mit dem Innenausbau beschäftigt. Eröffnung soll im Juli 2015 sein. Foto: Koch

Kassel. Die große Mehrheit der insgessamt 100.000 Objekte des Brüder-Grimm-Museums wird wohl ab Oktober für immer in Depots und Archiven verschwinden. Damit sind sie für die Augen einer großen Öffentlichkeit verborgen.

265 Exponate sollen in die neue Grimmwelt auf dem Weinberg integriert werden. Die 50.000 Bücher des Museums gehen in die Bestände der Murhardschen und damit

der Uni-Bibliothek über.

Auch wenn das Grimm-Museum im Oktober schließt, werde das Thema Grimm im Palais Bellevue präsent bleiben, sagt Kulturamtschefin Dorothée Rhiemeier. Sie weist daraufhin, dass bis zur Eröffnung der Grimmwelt im Erdgeschoss des Palais’ weiterhin die Ausstellung „Baustelle Grimm“ über das Bauvorhaben informiert. Ausgestellt sind Impressionen zur Ausstellungskonzeption und -gestaltung. Gezeigt werden Baupläne, Funde aus Grabungen und ein „lebendes“ Buch. Besucher können darin blättern, über einen Projektor wird eingeblendet, wie die Brüder Grimm etwas hineinschreiben.

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Rhiemeier betont, dass mit der Schließung des Grimm-Museums kein Personal eingespart wird. Dr. Bernhard Lauer, der langjährige Museumsleiter, gehe 2018 in den Ruhestand. Bis dahin werde er mit „Grimm nahen Aufgaben“ betraut. Projektleiterin der Grimmwelt ist Susanne Völker.

Im neuen Ausstellungshaus auf dem Weinberg werden sich die Besucher ab Sommer 2015 durch Räume bewegen, die einzelnen Buchstaben von A bis Z zugeordnet sind. Die thematische Ausrichtung der Räume wird durch entsprechende Begriffe wie „Arbeitszimmer“ oder „Zettel“ vorgegeben.

Hinter der Zuordnung nach Buchstaben stehe die Idee, sich an das Glossar der Brüder Grimm zum Deutschen Wörterbuch anzulehnen, sagte Völker gegenüber der HNA.

Weitere Informationen zum Brüder-Grimm-Museum finden Sie im HNA-Regiowiki.

Die Ausstellung auf 1600 Quadratmetern Fläche sei modular aufgebaut. Das bedeutet, dass ein Rundgang für individuelle Besucherbedürfnisse zusammengestellt werden kann. Die Stadt Kassel errichtet das 20 Millionen Euro teure Ausstellungshaus nach einem Entwurf des Büros Kadawittfeldarchitektur und verpachtet es anschließend an die gemeinnützige Gesellschaft Grimmwelt. Oberbürgermeister Bertram Hilgen rechnet im Jahr mit 80 000 Besuchern. Der „ganze Kosmos der Brüder Grimm“ könne auf dem Weinberg „zeitgemäß inszeniert werden“, sagt er. Das habe das Grimm-Museum nicht leisten können. Handwerker haben mit dem Innenausbau und der Installation der Technik im Gebäude der Grimmwelt begonnen.

Von Christina Hein

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