Baubeginn der Grimm-Welt am Weinberg - Proteste bei Spatenstich

Kassel. In zwei Jahren wird Kassel um eine Attraktion von internationalem Rang und um einen weiteren Besuchermagneten neben dem Weltkulturerbe Bergpark reicher sein. Kassel blickt 2015 der Eröffnung eines besonderen Ausstellungshauses auf dem Weinberg entgegen:

Es soll ein Ort werden, an dem die Verdienste und das Wirken der weltberühmten Brüder Jacob und Wilhelm Grimm erfahr- und erlebbar werden. Oberbürgermeister Bertram Hilgen rechnet mit 80.000 Besuchern, die pro Jahr nach Kassel strömen allein, um hier den Geist der Brüder Grimm aufzuspüren.

Die Grimm-Welt, so lautet der Arbeitstitel für das Ausstellungshaus, bekommt ihren Platz auf Kassels Stadtbalkon, einem prominenten Standort von großer stadthistorischer Bedeutung. Der Neubau wird 4000 Quadratmeter Nutzfläche und davon 1600 Quadratmeter Ausstellungsfläche haben.

Die ausführenden Architekten des an eine Burg erinnernden Hauses kommen vom Aachener Büro Kadawittfeldarchitektur. Der Entwurf fällt durch eine große Freitreppe ins Auge, die unter anderem Möglichkeiten für Freiluftveranstaltungen bietet. Die Gestaltung des Innenraums wurde dem Büro Holzer, Kobler Architekten, Zürich, übertragen.

„Die Grimm-Welt wird ein Ort sein, um das Leben und Werk der Brüder Grimm zu erleben und nachzuvollziehen, ein Ort, an dem Familien mit Kindern ebenso auf ihre Kosten kommen sollen wie Kulturtouristen und Literaturfans. Inszenierungen und interaktive Elemente sollen zur aktiven Auseinandesetzung mit den Grimms und ihrem Werk einladen“, sagte OB Hilgen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Originalexponate, allen voran das Weltdokumentenerbe, die Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen mit den Anmerkungen der Grimms.

Mit der Eröffnung der Grimm-Welt 2015 wird das Brüder-Grimm-Museum im Schlösschen Bellevue an der Schönen Aussicht schließen. Exponate und Dauerausstellung werden teilweise in die Grimm-Welt integriert.

Proteste begleiteten die Feier

Gestört wurde der Spatenstich am Mittwoch von Protesten von Gegnern der Weinberg-Bebauung. „Totengräber des städtischen Haushalts“, rief ein Mann und verschwand, als OB Hilgen, Hessens Wirtschaftsminister Florian Rentsch, Architekt Gerhard Wittfeld und Stadtbaurat Christof Nolda zu den Spaten griffen. Zuvor hatte ein anderer Protestler die Rede Hilgens unterbrochen und ihm unterstellt, er wolle sich ein Denkmal setzen. Die Polizei griff ein und hielt den Mann vom Rednerpult fern.

Ein Bürgerbegehren gegen den Bau der Grimm-Welt war im Juni vom Kasseler Verwaltungsgericht als unzulässig beschieden worden. Eine Bürgerinitiative hatte geklagt, nachdem zuvor bereits die Mehrheit der Stadtverordneten das Begehren für unzulässig erklärt hatte. 

Von Christina Hein

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