Bau geht zügig voran – Konzept wird noch vorgestellt

Rohbau der Grimmwelt ist im Mai fertig

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Blick auf die Grimmwelt-Baustelle aus der Luft: Das Dach des Museumsbaus wird eine große Aussichtsterrasse. Darunter ist der Henschelgarten zu erkennen, links daneben das Museum für Sepulkralkultur, dahinter das Friedrichsgymnasium.

Kassel. Die neue Grimmwelt auf dem Weinberg nimmt jeden Tag mehr Form an. Bereits Mitte Mai wird der Rohbau fertig sein. Lediglich auf dem östlichen Teil des Museumsbaus fehlt noch ein halbes Geschoss.

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Der Bau verlaufe sehr erfolgreich und in hoher Qualität, lobt Stadtbaurat Christof Nolda: „Darauf wird Kassel im Nachgang stolz sein.“ Dank des milden Winters habe man praktisch durchbauen und so anfängliche Verzögerungen durch Vergabeprobleme aufholen können, erläutert Hochbauamtsleiter Axel Jäger. Zudem bewege man sich bislang komplett innerhalb des vorgesehenen Budgets, das mit 20 Millionen Euro für das neue Ausstellungshaus veranschlagt ist.

Im Juni sollen nun laut Kulturamtsleiterin Dorothée Rhiemeier die Arbeiten für die Innenausstattung ausgeschrieben werden. Die Konzeption der Ausstellung solle bereits im Mai im Kulturausschuss vorgestellt werden. Großzügig und flexibel mit möglichst wenig Wänden soll die rund 1600 Quadrameter große Ausstellungsfläche gestaltet werden. Ab Mitte nächsten Jahres werden sich die Besucher durch Räume und Bereiche bewegen, die den einzelnen Buchstaben des Glossars der Brüder Grimm zum Deutschen Wörterbuch zugeordnet sind.

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Der Buchstabe D wie documenta wird dabei einen besonderen Stellenwert haben. Rhiemeier: „Als documenta-Stadt werden wir Künstler in das Haus holen, die einen Bezug zu den Grimms hergestellt haben.“ Darunter ist der documenta-Künstler Ecke Bonk, dessen Kunstwerk „Buch der Wörter“ dauerhaft in der Grimmwelt einen Platz finden soll. Die Ausstellungen sollen Informationen transportieren, aber auch „emotional ansprechen und in Welten eintauchen“, sagt Rhiemeier.

Mediengestaltete Installationen würden dabei sicher in größerem Umfang eingesetzt. Von außen betrachtet springt bereits in der Rohbauphase die Idee der Architekten vom Aachener Büro Kadawittfeldarchitektur ins Auge: Der Museumsbau nimmt die Topografie des Geländes und die Reste des Henschelvilla-Gartens auf. So entsteht eine große Treppe über dem alten Aufgang. Dabei werden sowohl die großzügige Treppe und das ebenfalls stufenweise ansteigende Museumsdach weite Ausblicke erlauben und Hunderte von Sitzplätzen auf Natursteinplatten bieten. Teile des Daches werden übrigens auch barrierefrei über einen Aufzug zu erreichen sein.

Einen Blick über die Südstadt bis in die Söhre bietet bald auch das große (komplett zu öffnende) Fenster des Museumscafés, das nicht nur für Ausstellungsbesucher voraussichtlich von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein wird. Probeweise wurden auch schon die ersten Travertinsteine an der Fassade angebracht. Sie passen farblich zu den historischen Gartenmauern, die schon einst den Übergang in den Park markierten.

Von Martina Heise-Thonicke

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