Grimm-Welt: Konzept für Neubau auf dem Weinberg nimmt Formen an

Wissenschaftler und Märchensammler: In dem Museumsneubau auf dem Weinberg sollen Besucher in die Welt von Wilhelm (links) und Jacob Grimm eintauchen können. Archivfoto: Zucchi / dpa

Kassel. Schon beim Eintritt in den Neubau auf dem Weinberg sollen die Besucher in die Grimm-Welt eintauchen. Sie werden dort auf eine audiovisuelle Inszenierung treffen, die sie in die Welt der berühmten Märchensammler einführt. So zumindest sieht es das Konzept vor, das allmählich Formen annimmt.

Der für dieses Konzept vorgesehene 190 Quadratmeter große Bereich ist ein neuer Baustein der Grimm-Welt, die am Freitagabend im Südflügel des Kulturbahnhofs von Norbert Altenhöner (Themata), Dr. Ulrich Hermanns (Münster) und Dr. Friedrich Block (Stiftung Brückner-Kühner) der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Im Vorfeld des inzwischen laufenden Architektenwettbewerbs für den Neubau auf dem Weinberg wurde an dem Konzept gefeilt. Nun gibt es sehr genaue Vorgaben für die einzelnen Flächen und funktionalen Zusammenhänge.

• Grimms Märchen: Künstler, Designer, Modemacher und andere Kreative sollen vier jeweils 125 Quadratmeter große Flächen so gestalten, „dass man eintaucht und überwältigt ist“ (Hermanns).

• Schatzkammer: Das Weltdokumentenerbe, die Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen, sollen ihrer Bedeutung entsprechend präsentiert werden; gleich nebenan sollen Besucher Märchen hören oder lesen können.

• Grimm-Kosmos: Hier wird der Bogen von den Brüdern Grimm als Sprachforscher und Wissenschaftler bis heute gespannt (320 Quadratmeter).

Beispiel „Jumpophone“: Auf dem Klangtanzboden des Kasseler Künstlers Wolfram DER Spyra können Wörter und Silben zu einem Gedicht zusammengesetzt werden.

• Grimm-Labor: Das Deutsche Wörterbuch der Grimms und die deutsche Sprache stehen im Zentrum (330 Quadratmeter). Kosmos und Labor werden durch ein Modul mit einer Inszenierung des Deutschen Wörterbuchs verbunden. „Die Besucher sollen nachvollziehen können, wie die Grimms damals gearbeitet haben“, sagt Hermanns. Sie sollen eine Antwort darauf bekommen, welche Techniken sie anwandten, um der Wortfülle Herr zu werden.

Mehr zu den Grimms finden Sie im RegioWiki.

Vorgesehen sind ferner eine Sonderausstellungsfläche (400 Quadratmeter) für aktuelle Ausstellungen und Filmvorführungen. Hinzu kommen ein pädagogischer Bereich für Gruppen und Schulklassen, Shop, Foyer und Verwaltungstrakt. Als Leitlinie gilt: Die Flächen sollen so angelegt werden, dass sie eine hohe Ausnutzung haben. Die Ausstellungsfläche nimmt mit 2300 Quadratmetern großen Raum ein. Die Nutzfläche liegt bei 3100 Quadratmetern.

Der weitere Fahrplan: Im Januar 2012 wird der Architektenwettbewerb entschieden, es folgen Arbeit am Feinkonzept und Ausschreibung. Der Baustart ist für 2013 vorgesehen, Ende 2014 soll der 18 Millionen Euro teure Neubau auf dem Weinberg fertig sein.

Von Ellen Schwaab

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