Grippewelle läuft an - aber noch moderat

Grippe und Norovirus - Infekte haben Hochsaison: So können Sie sich schützen

Infekte haben derzeit Hochsaison: Vor allem unter Magen-Darm-Infekten und Atemwegsinfekten leiden aktuell viele Menschen in der Region.

  • Die Grippewelle rollt an: Bundesweit bisher 13.000 Fälle.
  • Infekte haben aktuell Hochsaison in Kassel und der Region.
  • Ärzte in der Region registrieren aktuell viele Patienten mit Brechdurchfall durch das Norovirus.

Das bestätigt Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel. „Der Krankenstand ist zu dieser Jahreszeit stets erhöht“, sagt Müller. Dr. Uwe Popert vom Vorstand des hessischen Hausärzteverbands registriert vor allem Patienten mit Brechdurchfall, verursacht durch das Norovirus.

Kassel: Grippewelle wirft erste Schatten voraus

Auch die Grippewelle wirft erste Schatten voraus. In dieser Saison wurden in Stadt und Landkreis Kassel bislang 20 Influenza-Fälle gemeldet. In dieser Woche sind noch einmal sechs neue Fälle hinzugekommen. 

Grippewelle: Bundesweit bereits 13.000 Fälle seit Anfang Oktober

Bundesweit haben sich seit Beginn der Grippesaison Anfang Oktober nach Angaben des Robert-Koch-Instituts rund 13.000 Menschen mit der Influenza angesteckt. „Noch können wir Entwarnung geben“, sagt Amtsleiterin Müller. Bei keinem der in Stadt und Kreis Kassel Erkrankten sei ein Krankenhausaufenthalt nötig gewesen.

Kassel: Rückblick  - Grippewelle im Frühjahr 2018 war ungewöhnlich heftig

Ganz anders war die Situation im Frühjahr 2018, als die Grippewelle ungewöhnlich stark ausfiel. In der Spitze wurden damals in nur einer Woche 250 neue Fälle in Stadt und Kreis Kassel gemeldet. Der hohe Krankenstand – auch unter den eigenen Mitarbeitern – hatte die Krankenhäuser an den Rand ihrer Kapazitäten gebracht. 

Insgesamt hatte die Grippewelle vor zwei Jahren 21 Todesopfer in Stadt und Kreis Kassel gefordert; das Gesundheitsamt hatte 1117 Fälle registriert. Im Vorjahr verlief die Grippesaison dann deutlich milder: 833 Menschen in Stadt und Kreis waren an Influenza erkrankt, sechs Menschen starben an den Folgen.

Laut dem Robert-Koch-Institut war die Grippewelle der Saison 2017/2018 die tödlichste Grippewelle in 30 Jahren in Deutschland.

Kassel: Gesundheitsamt rät noch zum Impfen - vor allem für Risikogruppen

Dr. Karin Müller, Leiterin Gesundheitsamt Kassel.

„Impfen lohnt sich noch“, sagt Müller. Zwei Wochen nach der Impfung sei der Schutz wirksam. 

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie sogenannten Risikogruppen: Menschen, die älter als 60 Jahre sind, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen und Schwangeren. „Außerdem sollten sich Menschen, die im medizinischen Bereich und der Pflege arbeiten, im Hinblick auf Ansteckung ihrer Patienten impfen lassen“, rät Dr. Karin Müller. Leiterin des Gesundheitsamtes Kassel.

Kassel ist auch auf das Coronavirus vorbereitet

Sollte das Coronavirus, das derzeit in China grassiert, auch in Deutschland aufkommen, sei Kassel darauf vorbereitet: „Unsere Krankenhäuser sind für einen Infektionsfall gerüstet. Wir beobachten die Entwicklung sehr genau und sind in engem Kontakt mit den Gesundheitsbehörden“, sagt Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamtes.

Sollte ein Patient im Klinikum eintreffen, der die WHO-Definition eines Verdachtsfalls erfüllt, würde der Patient sofort isoliert, und weitere Schritte würden eingeleitet, teilt eine GNH-Sprecherin mit.

Ein Verdachtsfall in Berlin am Sonntag, 26.01.2020, hatte sich nicht bestätigt - einige Staaten planen wegen des Coronavirus aktuell Evakuierungsmaßnahmen.

Kassel: Bisher 26 bestätigte Influenza-Fälle in Stadt und Landkreis

26 bestätigte Influenza-Fälle gab es in dieser Saison bislang in Stadt und Landkreis Kassel. Die Grippe-Saison kündigt sich an – glücklichweise ganz moderat. „Noch ist es ruhig“, sagt Gesundheitsamtsleiterin Dr. Karin Müller. In den Vorjahren erreichte die Grippe-Welle ihren Höhepunkt Anfang März. 

Grippewelle: So gefährlich ist sie und so können Sie sich schützen

Wie schütze ich mich vor Ansteckung?

Grippeviren verbreiten sich unter anderem über direkten Körperkontakt sowie über Dinge, die viele Menschen anfassen, den Haltegriff in der Bahn etwa. Wer sich schützen will, sollte auf beides möglichst verzichten, seine Hände vom Gesicht fernhalten und sich dazu häufig und gründlich die Hände waschen. Das heißt: mit Seife und mindestens 20 Sekunden lang. Das Gesundheitsamt rät außerdem, in Ärmel oder Armbeuge zu niesen und benutze Papiertaschentücher sofort zu entsorgen.

Lohnt sich eine Impfung (noch)?

Insbesondere chronisch Kranke, Menschen ab 60 Jahren, Schwangere und medizinisches Personal sollten sich laut offizieller Empfehlung des Robert-Koch-Instituts impfen lassen. Bis der zusätzliche Schutz der Impfung wirkt, vergehen etwa zwei Wochen. Die Grippewelle wird aber voraussichtlich länger dauern. Hundertprozentigen Schutz bietet allerdings auch die Impfung nicht, sagt Gesundheitsamtsleiterin Dr. Karin Müller. Das liegt auch daran, dass sich die Virenstämme, auf die die Impfstoffe jährlich neu angepasst werden, ständig verändern.

Woran erkenne ich, dass ich die Grippe habe?

Fieber, Husten, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen: Die Symptome der Grippe ähneln denen einer ganz normalen Erkältung, sind allerdings oft schwerer und langwieriger. Größtes Unterscheidungsmerkmal ist der Beginn der Krankheit: Während sich die Erkältung meistens anschleicht, bricht die Grippe fast überfallartig aus.

Video: Grippe oder nur Erkältung? So erkennen Sie den Unterschied

Wie gefährlich ist die Grippe?

Die Grippe ist eine potenziell schwere Erkrankung mit häufigen Begleiterkrankungen. Aufpassen müssen Menschen mit einem schwächeren Immunsystem: Ältere zum Beispiel und Menschen mit Lungen- oder Immunerkrankungen. Hier ist das Risiko besonders hoch, dass die Influenza einen schweren oder sehr schweren Verlauf nimmt. Letzterer kann lebensgefährlich sein. Ein Blick in die Statistik der Vorjahre zeigt aber, dass unter den registrierten Grippe-Fällen in Stadt und Kreis Kassel auch viele Menschen zwischen 30 und 60 Jahren waren.

Welche Medikamente helfen?

Antibiotika helfen, wenn zu der viral verursachten Grippe noch ein bakterieller Infekt hinzukommt. Es gibt jedoch spezielle Grippemedikamente, vor allem den Wirkstoff Oseltamivir. Diese sind aber verschreibungspflichtig, helfen nur bedingt und haben teils heftige Nebenwirkungen wie Übelkeit. (mit dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.