Symptome: Plötzliches Fieber und Halsschmerzen

Die Grippewelle erreicht Nordhessen: Zahl der Erkrankungen steigt

Kassel. Die Grippe ist auf dem Vormarsch: Die Zahl der Kranken ist seit Weihnachten deutlich angestiegen deutschlandweit, aber auch in Nordhessen.

Damit kommt die Grippewelle etwa zwei Monate eher als im vergangenen Winter. Bis Mitte Dezember wurden in Stadt und Kreis Kassel fast keine neuen Grippefälle registriert, berichtet die Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, Dr. Karin Müller. Seit der Woche vor Weihnachten jedoch gehen vermehrt Meldungen von den Hausärzten in der Region ein.

Symptome

Plötzliches hohes Fieber mit Kopf- und Gliederschmerzen, trockener Husten und Halsschmerzen – so beginnt eine echte Grippe. Im Unterschied zum grippalen Infekt, also einer einfachen Erkältung, kann eine Infektion mit dem Influenza-Virus schwerwiegende Folgen haben. Die häufigste Komplikation der Grippe ist eine Lungenentzündung.

Meldepflicht

Eine Influenza-Infektion muss zwar angezeigt werden. Beim Gesundheitsamt Region Kassel wird die Krankheit aber nur gemeldet, wenn der Erreger eindeutig per Test identifiziert wird, erklärt Amtsleiterin Müller. Deshalb wurden im Dezember lediglich fünf Fälle in Stadt (vier) und Kreis Kassel (einer) registriert. Hessenweit wurden in der ersten Dezemberhälfte 14 Grippefälle gemeldet, in der zweiten waren es 72. Anfang Januar werde die Zahl sicher steigen, erwartet Müller.

Behandlung

Für die Behandlung macht es in der Regel aber keinen Unterschied, ob es sich um eine hartnäckige Erkältung oder eine echte Grippe handelt. Bettruhe ist in beiden Fällen das Wichtigste, damit der Körper die Krankheit selbst bekämpfen kann.

Da Antibiotika bei einer Virusinfektion nichts bewirken, werden mit Medikamenten wie Schmerzmitteln in der Regel nur die Symptome behandelt, erklärt Müller. Nur im Einzelfall, falls ein schwerer Verlauf droht, würden spezielle Medikamente verabreicht.

Impfung

Noch Anfang Dezember hat Müller die Menschen in der Region dazu aufgerufen, sich gegen die Grippe impfen zu lassen. Es dauert zehn bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Das betrifft vor allem Menschen mit geschwächter Gesundheit oder einer Grunderkrankung, Schwangere, Ältere, aber auch Personen mit viel Publikumsverkehr und Personal von Pflegeeinrichtungen. Da sich das Influenza-Virus ständig verändert, muss die Grippeschutzimpfung jedes Jahr angepasst und erneuert werden.

Krankheitsübertragung

Das Influenza-Virus ist hochansteckend, wobei die Krankheit schon einen Tag lang übertragen wird, wenn die Symptome auftreten. Der Erreger wird durch kleinste Tröpfchen des Nasen-Rachen-Sekrets verbreitet, die beim Niesen, Husten und Sprechen in die Luft gelangen. Die Erreger haften aber auch an Türklinken oder Treppengeländern und können auf diese Weise übertragen werden.

Deshalb ist Hygiene bei einer Erkrankung außerordentlich wichtig: „Waschen Sie sich häufig die Hände mit Wasser und Seife“, appelliert Müller, die es aber überflüssig findet, sich die Hände zu desinfizieren.

Weniger Darminfektionen

Das sei selbst bei Infektionen mit dem Noro-Virus nicht notwendig. Allerdings sollte das Bad bei Brechdurchfall mit desinfizierenden Mitteln geputzt werden, damit sich das Virus nicht weiter ausbreitet.

Die Zahl der Darminfektionen mit dem Noro-Virus sind nach einer Krankheitswelle seit zwei Wochen schon wieder deutlich auf dem Rückzug. Die Berichte der vergangenen Tage von einer Krankheitswelle mit Noro-Viren liegen daran, dass die neuen Zahlen des Robert-Koch-Instituts noch aus der 50. Kalenderwoche 2016 stammen. Seit Weihnachten ist die Zahl der Neuerkrankungen jedoch stark rückläufig, sagt Müller.

Rubriklistenbild: © dpa

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