Alles belegt - Patientin musste nach Bad Arolsen gefahren werden

Grippewelle und Norovirus: In den Kasseler Krankenhäusern wird es eng

Die Grippewelle ist noch nicht vorbei: Das Archivfoto zeigt einen Patienten, der Fieber misst. Auf dem Tisch vor ihm steht eine Tasse mit Erkältungstee. Archivfoto:  dpa

Kassel. Die Grippe hat in der Region bereits mehrere Todesopfer gefordert. Die Krankheitswelle sorgt dafür, dass die Krankenhäuser voll belegt sind.

Diese Erfahrung hat jetzt eine Patientin aus Kassel gemacht, die so schwach war, dass sie mit dem Krankenwagen abgeholt werden musste. Die Fahrt ging dann allerdings nicht ins Klinikum oder in ein anderes Kasseler Krankenhaus, sondern nach Bad Arolsen. „Schaffen es die Kasseler Krankenhäuser nicht mehr?“, so die besorgte Frage der Tochter der älteren Frau.

„Das war mit Sicherheit ein Ausnahmefall“, sagt Karin Müller, die Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel. Die Lage sei zwar angespannt. In der Regel sei es aber möglich, die Patienten wohnortnah zu versorgen. Täglich würden zum Beispiel die zur Verfügung stehenden Beatmungsplätze auf Intensivstationen aktualisiert. Diese Liste liege der Rettungsleitstelle vor. Bei akuten Notfällen könne man so entsprechend reagieren. Im konkreten Fall seien die Kasseler Plätze belegt gewesen. Das Krankenhaus in Bad Arolsen gehöre ebenso wie das Klinikum Kassel zum Klinikverbund Gesundheit Nordhessen.

So schützt man sich vor Noroviren.

Die Zahl der Grippefälle ist nach Einschätzung des Gesundheitsamtes leicht zurückgegangen. Trotzdem seien die Arztpraxen voll und die Krankenhäuser sehr stark belegt. Das liege auch an Erkrankungen durch das Norovirus. „Wir haben mehr als genug zu tun“, sagt der ärztliche Leiter des Kasseler Rettungsdienstes, Torsten Müller. Der ist bei der Berufsfeuerwehr angesiedelt. Die Behandlung einer Kasseler Grippepatientin in Bad Arolsen sei die Ausnahme, der Transport aber kein Problem. Falls das nötig sei, könne auch im Rettungswagen beatmet werden.

Die Zahl der Patienten mit nachgewiesener Influenza (Grippe) sei weiterhin hoch. Durch die gute Zusammenarbeit der Krankenhäuser könnten aber alle Patienten gut versorgt werden“, sagt Martin Schmidt, Sprecher der Gesundheit Nodhessen (GNH).

Grippewelle 2016/2017: Das müssen Sie zu Influenza wissen.

Nach den Erfahrungen der Fachleute wird die Grippesaison erst im April zu Ende gehen. Bis dahin müsse man weiter mit Erkrankungen rechnen. Im Gegensatz zu einer Erkältung, die in der Regel nach einer Woche auskuriert ist, kann die Grippe mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen zwei Wochen und länger dauern. Mögliche Folgeerkrankungen können eine Lungenentzündung oder eine Entzündung des Herzmuskels sein. Insbesondere ältere Menschen und chronisch Kranke sollten sich gegen Grippe impfen lassen.

Bundesweit scheint der Höhepunkt der Grippewelle überschritten zu sein. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist die Zahl der Neuerkrankungen in den vergangenen zwei Wochen gesunken. Das dürfte sich auch auf die Belegung der Krankenhäuser in Kassel und Umgebung auswirken.

Lesen Sie dazu auch:

Grippe forderte bereits sieben Todesopfer im Landkreis Kassel

Norovirus verstärkt aktiv

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.