Gastro-Gruppe aus Bad Emstal gehört zu den Kaufinteressenten

Grischäfer will den Renthof: Ideen für Hotel und Restaurantbetrieb

Ältestes Gebäudeensemble Kassels: Der Renthof, ein früheres Karmeliterkloster aus dem 13. Jahrhundert, grenzt direkt an die Alte Brüderkirche (links) und wurde bis letztes Jahr als Seniorenheim genutzt. Nun will die Stadt die Immobilie verkaufen.

Kassel. Der Renthof, das älteste Gebäude Kassels neben der Alten Brüderkirche, könnte zu einem Hotel- und Restaurantbetrieb unter Leitung der Gastronomiegruppe Grischäfer aus Bad Emstal werden.

Unter drei Bewerbern, die die historische Immobilie von der Stadt kaufen möchten, haben diese Bieter dem Vernehmen nach gute Chancen, mit ihrem Konzept zum Zuge zu kommen.

Auf Anfrage der HNA bestätigte Grischäfer-Mitinhaber Rainer Holzhauer, es habe inzwischen ein persönliches Gespräch mit Stadtbaurat Christof Nolda über die Pläne gegeben. Entschieden sei aber noch nichts, betont der Gastronom: „Wir haben noch keine offizielle Zusage der Stadt.“ Das Rathaus verwies zuletzt auf das laufende Bieterverfahren und will sich erst dann äußern, wenn die Verkaufsentscheidung getroffen ist.

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Wer immer den Zuschlag bekommt, müsste kräftig investieren in das Baudenkmal aus dem 13. Jahrhundert, das bis zum vergangenen Sommer von einem Seniorenheim genutzt wurde. Vor diesem Hintergrund haben die Grischäfer-Brüder Frank und Rainer Holzhauer ein Bieterkonsortium mit der Kasseler Investorengesellschaft Well Development gebildet. Dahinter steht Uwe Kleinkauf, Sohn des SMA-Mitgründers Prof. Werner Kleinkauf. Der Diplom-Ökonom finde das Projekt Renthof „genauso spannend wie ich“, sagt Rainer Holzhauer. Als Partner hatten beide schon zusammengearbeitet, um der früheren Kasseler Firma Bio-Catering Marbachshöhe aus deren Insolvenz heraus zu einem Neuanfang zu verhelfen.

In Kassel bewirtschaftet der umtriebige Holzhauer das Kaskadenrestaurant am Herkules und die Gastronomie im neuen Auebad, er ist zudem exklusiver Cateringpartner für Veranstaltungen in der Alten Brüderkirche neben dem Renthof. Letzteres macht für ihn ein Engagement in dem Bieterverfahren besonders interessant: „Dann könnten wir Tagungen und Kultur-Events in der Brüderkirche viel besser bedienen als heute“, sagt Rainer Holzhauer.

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Im historischen Ambiente des Renthofs könne er sich „ein absolutes Wohlfühl-Hotel“ mit 50 bis 60 Zimmern vorstellen, außerdem ein öffentlich zugängliches Restaurant „nicht weit weg vom Grischäfer-Stil“. Mit dem gehobenen ländlich-lässigen Schick, für den die Bad Emstaler Gastro-Gruppe durch viele Projekte in der Region bekannt ist, hatten die Grischäfers zum Beispiel im documenta-Sommer 2012 ihr „Glashaus“, ein Gewächshaus am Rand der Karlsaue, gastronomisch bespielt.

Nähere Planungen für den Standort Renthof wollten die Partner erst dann entwickeln, falls sie von der Stadt einen Zuschlag erhalten, sagte Holzhauer. Falls dies so komme, müsse „auf jeden Fall spätestens bis zur documenta 2017 alles fertig sein“.

Von Axel Schwarz

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