Modell "Fuchs"

Großauftrag für Kasseler Rheinmetall-Werk: 90 Panzer werden modernisiert

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In die Jahre gekommen, aber modernisiert noch immer gefragt: der Transportpanzer Fuchs aus Kassel. Er sichert seit Jahrzehnten Beschäftigung in Kassel. Archivfotos: Koch/nh

Kassel. Die Auftragsbücher des Kasseler Rheinmetall-Standorts füllen sich weiter. Der Düsseldorfer Heerestechnik-Hersteller wird weitere 90 Fuchs-Transportpanzer modernisieren.

Die Order hat nach Rheinmetall-Angaben ein Volumen von rund 135 Millionen Euro und soll von 2017 bis 2020 abgewickelt werden. „Dieser Auftrag ist sehr wichtig für Kassel und wird einen Beschäftigungsaufbau im zweistelligen Bereich zur Folge haben“, sagte Rheinmetall-Sprecher Oliver Hoffmann auf HNA-Anfrage. Konkrete Zahlen nannte er aber nicht.

Wie berichtet, haben die Kasseler Wehrtechnik-Spezialisten in den vergangenen Jahren bereits 177 der insgesamt 1200 Fuchs-Radpanzer der Bundeswehr auf den aktuellen Standard gebracht. In dieser Ausführung bieten die Fahrzeuge einen erheblich höheren Schutz vor Sprengfallen und Minen sowie vor ballistischem Beschuss. Das ist umso wichtiger, als die Radpanzer aktuell bei gefährlichen Missionen wie in Mali (Minusma) und Afghanistan (Resolute Support) sowie im Kosovo (KFOR) eingesetzt werden. Nur modernisierte Fahrzeuge bieten den Soldaten größtmöglichen Schutz.

Rheinmetall beschäftigt in zwei Produktionsstätten im Werk Mittelfeld rund 850 Mitarbeiter. Beide sind gut ausgelastet. Für Beschäftigung sorgen derzeit eine ganze Reihe von Instandsetzungs- und Modernisierungsaufträgen sowie der Bau neuer Fahrzeuge für die Bundeswehr, die Streitkräfte anderer Nato-Staaten sowie assoziierter Länder. So hat die Bundeswehr 131 Fahrzeuge des Typs Boxer und Litauen 88 Exemplare geordert. Diese beiden Aufträge teilt sich Rheinmetall mit Kooperationspartner Krauss-Maffei Wegmann (KMW), der in Kassel etwa 1400 Mitarbeiter in drei Werken beschäftigt.

Zum aktuellen Auftragsbestand gehören unter anderem die Modernisierung beziehungsweise Instandhaltung von Schützenpanzern des Typs Marder sowie des Geschützes Panzerhaubitze 2000. Außerdem bauen die Heerestechnik-Profis aktuell ABC-Spürfüchse für Kuwait sowie eine Reihe von Komponenten für KMW und Schwesterwerke im In- und Ausland.

Darüber hinaus werden in Kassel Bausätze für den Fuchs 2 geschnürt, die nach Algerien geschickt werden. Dort werden – wie berichtet – mit logistischer und fachlicher Hilfe aus Kassel in einem eigens errichteten Werk 926 Fahrzeuge diese Typs zur Sicherung der Außengrenzen montiert. Die Vorserie von 52 Exemplaren hatten 200 algerische Arbeitskräfte mithilfe deutscher Kollegen in Kassel gebaut. 200 von ihnen wurden hier geschult, unter anderem im Bildungszentrum des Handwerks in Waldau.

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