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Großbaustelle in Kassel: 2023 werden Brücken über Wolfhager Straße aufgebaut

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Von: Andreas Hermann

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Autos vor der Baustellenampel: Die einspurige Verkehrsregelung muss noch mindestens bis Ende 2022 gelten.
Autos vor der Baustellenampel: Die einspurige Verkehrsregelung muss noch mindestens bis Ende 2022 gelten. © Malmus, Pia

Die Großbaustelle an Wolfhager Straße in Kassel liegt weitestgehend im Zeitplan. Einspurig bleibt der Bereich aber wohl noch für längere Zeit.

Kassel – Die gute Nachricht: Die Arbeiten auf der Kasseler Großbaustelle an der Wolfhager Straße („Drei Brücken“) liegen weitgehend im Zeitplan. Zwar sollten nach den Plänen, die Ende 2021 von der Deutschen Bahn beim symbolischen Spatenstich präsentiert wurden, die beiden maroden Eisenbahnunterführungen zum jetzigen Zeitpunkt schon gar nicht mehr stehen. Dennoch zeigt sich Rolf Kühlborn, Projektleiter der DB Netz AG, zuversichtlich, dass der Abbruch der beiden 145 Jahre alten Steinbogenbauwerke und der anschließende Neubau zweier Eisenbahnbrücken aus Stahl und Beton wie vorgesehen bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein wird.

Die weniger gute Nachricht für Verkehrsteilnehmer auf der Haupt- und Bundesstraße: Die seit Mitte Juli geltende Regelung, dass dieser Abschnitt nur einspurig befahren werden kann, muss noch mindestens bis Ende 2022 beibehalten werden, betont Kühlborn. Eigentlich sollte die einspurige Fahrbahnregelung Anfang Oktober wieder aufgehoben werden.

Nach Abschluss der seit Ende 2021 laufenden Vorbereitungsarbeiten soll im Januar der Aufbau der neuen Brücken im Bereich zwischen den beiden zum Abbruch vorgesehenen Bauwerken beginnen. Parallel würden dabei jeweils die Seitenwände der Brücken aufgebaut und anschließend die Mittelstücke, die „Hauben“, aufgesetzt, erklärt Projektleiter Kühlborn. Nach dem Abbruch der alten Brücken könnten die neuen mit Hydraulikpressen angehoben und an ihren Platz verschoben werden.

Die Termine für den Brückenaustausch stehen bereits. So soll die erste Brücke zur Angersbachstraße hin in den Sommerferien errichtet werden, die zweite zur Zentgrafenstraße hin im Oktober. Zum Abbruch und Austausch der Brücken müsse für rund sieben Wochen der Abschnitt der Wolfhager Straße für den Verkehr vollgesperrt werden, kündigt Kühlborn an.

Der Projektleiter hofft, dass der Brückenaustausch bis Ende November kommenden Jahres abgeschlossen werden kann. Erst dann nämlich kann der von der Stadt geplante Straßenausbau beginnen, der ab Sommer 2024 erfolgen soll. Die Wolfhager Straße wird in diesem Bereich auf eine Durchfahrtsbreite von bisher 7,50 Meter auf künftig 23 Meter erweitert, um Platz für jeweils einen Gehweg, einen Radstreifen und zwei Fahrspuren in beide Richtungen zu schaffen. Der Plan: Ende 2024 sollen der Brücken- und Straßenbau fertig sein.

Noch müssen alle Verkehrsteilnehmer an den „Drei Brücken“ mit den Einschränkungen des Nadelöhrs und den mit der Dauer- und Großbaustelle verbundenen Behinderungen zurechtkommen. Ab dem Jahr 2025 soll es dann aber nach dem Ausbau dieses Abschnitts der Wolfhager Straße genug Platz für alle geben – für Autofahrer genauso wie für Radfahrer, Fußgänger und den Busverkehr.

Selbst Schienen für eine Straßenbahn könnten in diesem Bereich der Straße noch untergebracht werden, falls die in der Stadtpolitik seit geraumer Zeit diskutierte Verlängerung des Tram-Netzes von der Innenstadt über Rothenditmold nach Harleshausen tatsächlich beschlossen und umgesetzt werden sollte.

Die Planungen für den Straßenausbau sehen nach Angaben der Stadt eine Erweiterung der Durchfahrtsbreite von bisher rund 7,50 Meter an den engsten Stellen auf künftig 23 Meter auf dem gesamten Abschnitt vor. Das ermöglicht unter den Brücken die Einrichtung eines Fußgängerwegs, eines Fahrradstreifens sowie jeweils einer Fahr- und einer Busspur in beiden Fahrtrichtungen.

Nach dem bisherigen Zeitplan soll der Straßenausbau im Sommer 2024 beginnen und bis zum Ende des Jahres abgeschlossen werden. Wegen der hohen Verkehrsbelastung auf der Wolfhager Straße ist damit laut Stadt weiterhin in beiden Fahrtrichtungen mit Rückstaus zu rechnen. Nach Einschätzung von Projektleiter Rolf Kühlborn von der DB Netz AG halten sich die Probleme mit dem Straßenverkehr an den Drei Brücken in Grenzen. Sein Eindruck: „Vor Einrichtung der Baustelle herrschte hier mehr Verkehr.“

Blick von oben auf einen Teil der Großbaustelle und auf eine der zum Abriss bestimmten alten Brücken: Rolf Kühlborn, Projektleiter der DB Netz AG, steht auf einer der drei zusätzlich errichteten Hilfs- oder Kabelbrücken.
Blick von oben auf einen Teil der Großbaustelle und auf eine der zum Abriss bestimmten alten Brücken: Rolf Kühlborn, Projektleiter der DB Netz AG, steht auf einer der drei zusätzlich errichteten Hilfs- oder Kabelbrücken. © pia malmus

Großbaustelle „Drei Brücken“ ist Gemeinschaftsprojekt

Die Groß- und Dauerbaustelle „Drei Brücken“ an der Wolfhager Straße ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Bahn (DB), der Stadt Kassel und des Landes Hessen. Für den Abbruch der zwei alten Eisenbahnunterführungen (Steinbogenbauwerke), den Neubau von zwei Brücken aus Stahl und Beton sowie für die Erweiterung dieses Straßenabschnitts von bisher 7,50 Meter auf künftig 23 Meter Durchfahrtsbreite bringen DB, Stadt und Land zusammen rund 40 Millionen Euro auf. 

Mit der Zahl der Bauwerke ist es kompliziert, zumal die Ortsbezeichnung „Drei Brücken“ an der Wolfhager Straße schon nicht stimmt. Tatsächlich führen vier Eisenbahnbrücken im Abschnitt zwischen Angersbach- und Zentgrafenstraße über die Wolfhager. Wer derzeit – etwa beim Warten vor der Baustellenampel – genauer hinsieht, zählt sogar sieben Brücken. Denn für die Arbeiten an Kassels Groß- und Dauerbaustelle sind drei weitere grüne Hilfsbrücken errichtet worden, um all die Signal- und anderen Kabel, die bisher auf den beiden zum Abriss stehenden Bauwerken lagen, über die Bundesstraße zu verlegen. (Andreas Hermann)

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