Firmen wie Ambion trifft die Krise härter als andere Branchen

Das große Bangen der Veranstalter wegen der Coronakrise

Das Geschäft von Ambion ist da, wo Menschen zusammenkommen: Wenn Stars wie Bosse auftreten, sorgt das Unternehmen für die Technik.
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Das Geschäft von Ambion ist da, wo Menschen zusammenkommen: Wenn Stars wie Bosse auftreten, sorgt das Unternehmen für die Technik.

Geschäftsführer Peter Breuer konnte schon Anfang Februar ahnen, dass 2020 ein schwieriges Jahr für sein Unternehmen Ambion werden würde.

Wenn Stars wie Luke Mockridge und Bosse auf Tour gehen, Volkswagen seine Hauptversammlung abhält oder Microsoft Konferenzen wie den Business Summit veranstaltet, sorgt das im Industriegebiet Kaufungen-Papierfabrik ansässige Unternehmen für die Technik.

Bereits am 10. Februar gingen bei Ambion Absagen und Storno-Mails wegen Corona ein. Mit anderen Eventtechnik-Unternehmen haben die Nordhessen darum die Initiative jetzt-sonst.de gestartet. Auf der Webseite zeigt eine Grafik, warum die Veranstaltungswirtschaft früher als andere Branchen von der Krise getroffen wurde und wieso sie erst als letzte wieder herausfinden wird.

Wegen der Absagen brach der Umsatz bereits im Februar ein. Von den gerade getroffenen Lockerungen der Kontaktbeschränkungen profitieren Ambion und Co. nicht. Frühestens ab September sollen größere Veranstaltungen wieder möglich sein. Dann könnte die Kurve, die mit den Schlagworten „first in, last out“ überschrieben ist, wieder leicht nach oben gehen. Im schlimmsten Fall bleibt sie aber bis Ende des Jahres ganz unten.

„Unser Geschäft ist überall da, wo Menschen zusammenkommen“, sagt Geschäftsführer Breuer (48). Im vorigen Jahr lief dieses Geschäft so gut, dass Ambion 137 neue Mitarbeiter einstellte. Insgesamt arbeiten an den vier Standorten in Kaufungen, Frankfurt, Hamburg und Berlin 350 Mitarbeiter. Mittlerweile sind sie jedoch fast alle in Kurzarbeit. 2020 werden wohl 65 Prozent des Umsatzes wegbrechen, schätzt Breuer.

Darum hat die Branche auf jetzt-sonst.de vier Forderungen aufgestellt. Eine erleichterte Beantragung von Kurzarbeitergeld sowie eine Stundung von Steuern und Abgaben wurden bereits erreicht. Zudem fordern die neun beteiligten Unternehmen die Übernahme von Bürgschaften für bestehende und neue Kredite sowie Zuschüsse für den Strukturerhalt der Arbeitsplätze. Mehr als 1300 Firmen unterstützen die Initiative mittlerweile. „Es gibt eine große Solidarität“, stellt Breuer fest.

Öffentlichkeitsarbeit ist wichtig für die Branche, denn „was wir machen, fällt erst auf, wenn es nicht da ist“, sagt Breuer. In Kassel stattet Ambion etwa das Kulturzelt aus, das es diesen Sommer aller Voraussicht nach ebenfalls nicht geben wird. Und die wenigsten „Tagesthemen“-Zuschauer wissen, dass die Multimedia-Wand, die jeden Abend zu sehen ist, von Ambion konzipiert wurde.

„Wir sind ein gesundes Unternehmen, aber wir sind komplett anhängig von Regierungsentscheidungen“, sagt Breuer. Und selbst die Regierung kann nicht anordnen, wie die Menschen sich verhalten werden, wenn Veranstaltungen wieder erlaubt sein werden. Breuer glaubt, dass man sich auch dann nur mit Schutzausrüstung treffen kann: „Ob das die Menschen mitmachen oder Angst vor Veranstaltungen haben werden, weiß ich nicht.“

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