Amt für Versorgung in der Frankfurter Straße

Große Baumängel an Amtshaus: Sanierung würde 14 Millionen Euro kosten

Sicherheitsvorkehrung: Der Eingang vor dem Amtshaus an der Frankfurter Straße 84a ist seit Monaten eingerüstet. Foto:  Herzoga

Kassel. Das achtstöckige Haus an der Frankfurter Straße 84a ist in einem schlechten Zustand. In dem 70er-Jahre-Bau hat das Hessische Amt für Versorgung und Soziales seinen Sitz. Ein neues Gutachten zeigt nun: Die Schäden sind so gravierend, dass eine Sanierung 14 Millionen Euro kosten würde.

Risse in der Außenfassade und an einigen der Rettungsbalkone, außerdem Brandschutzmängel und Fehler in der Elektronik listet ein Bau-Gutachten auf, das das Hessische Immobilienmanagement (HI), Eigentümer des Gebäudes, in Auftrag gegeben hatte. Die Sanierung würde nun 14 Millionen Euro kosten, berichtete HI-Sprecherin Ate Plies. Wann die Arbeiten starten, ist jedoch unklar. „Zurzeit werden die Konsequenzen aus dem Gutachten noch geprüft“, sagte Plies.

Damit das Bürohaus erst einmal weitergenutzt werden kann, hat das HI Sicherheitsvorkehrungen getroffen: Schon seit einigen Monaten steht vor dem Eingang ein überdachtes Gerüst. Denn ab und zu löse sich von den inzwischen für die 130 Amtsmitarbeiter gesperrten Rettungsbalkonen Putz. Außerdem sei nicht ausgeschlossen, dass kleine Mosaiksteine von der Fassade abfallen könnten, berichtete Behördenleiterin Martina Felmeden-Dreyer jüngst dem Ortsbeirat Südstadt. Der Beirat hatte sich zu seiner Sitzung im Amtshaus getroffen. „Das heißt aber nicht, dass Mitarbeiter, Besucher oder Passanten gefährdet sind, es handelt sich um eine reine Präventionsmaßnahme“, sagte Felmeden-Dreyer.

Doch der Brandschutz sei ein großes Manko im Haus, räumte sie ein. „Da müsste dringend nachgerüstet werden, schon deshalb, weil sich die gesetzlichen Bestimmungen verschärft haben.“ So müsse beispielsweise der zweite Fluchtweg ausgebaut werden, der zurzeit über eine enge Wendeltreppe nach unten führt.

Gebäude war schon lange sanierungsbedürftig

Das Gebäude sei schon lange sanierungsbedürftig, sagte Felmeden-Dreyer, die das Versorgungsamt seit fünf Jahren leitet. Nicht mehr nutzbar sei beispielsweise für größere Veranstaltungen oder Feiern der ehemalige Speisesaal im achten Stock. Grund sei zum einen der unzulängliche Brandschutz, außerdem regne es ab und zu durchs Dach. „Deshalb haben wir auch unsere Weihnachtsfeier ins Erdgeschoss verlegt“, sagte die Amtsleiterin.

Großes Interesse bekundete der Ortsbeirat zudem an den leer stehenden Räumen im Amtshaus. Im Erdgeschoss werden 500 Quadratmeter derzeit nicht genutzt. In den Räumen war zuvor die Orthopädische Versorgungsstelle untergebracht, die in den vierten Stock des Amtshauses gezogen ist. „Es gab schon Einbruchsversuche, obwohl hier nichts zu holen ist“, berichtete die Amtsleiterin.

Das Regierungspräsidium Gießen, zu dem das Versorgungsamt in Kassel gehört, habe sein Interesse an den leeren Räumen bekundet, bestätigte Plies. Eventuell wolle man hier den Hessischen Pflanzenschutzdienst unterbringen. Zurzeit werde geprüft, ob sich die Räume dafür eignen. Die Außenstelle Kassel des Pflanzenschutzdienstes Hessen hat ihren Sitz in Harleshausen.

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