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Große Freude in der Quarantäne bei Kasseler Familie

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Glücklich, dass er sein Rad zurückbekommen hat: Der neunjährige Jakob Meyer (vorne), der sich derzeit mit seinen Brüdern Tom (hinten links) und Samuel in Quarantäne befindet.
Glücklich, dass er sein Rad zurückbekommen hat: Der neunjährige Jakob Meyer (vorne), der sich derzeit mit seinen Brüdern Tom (hinten links) und Samuel in Quarantäne befindet. © Privat

Die Kasseler Polizei brachte dem neunjährigen Jakob Meyer sein gestohlenes Fahrrad zurück. Die Freude war bei dem Jungen besonders groß, weil er sich derzeit mit seiner Familie auch noch in Quarantäne befindet.

Kassel – Eigentlich geht es dem neunjährigen Jakob Meyer aus Wehlheiden derzeit nicht so toll. Er und sein jüngerer Bruder Samuel haben Corona. Deshalb befindet sich die ganze Familie, die Eltern und der zwölfjährige Bruder Tom, die bereits geimpft sind, in Quarantäne. Doch am Montag dieser Woche gab es einen Anruf von der Polizei, der für viel Freude bei Familie Meyer gesorgt hat.

Der Polizist teilte mit, dass man ein Fahrrad gefunden habe, das vermutlich Jakob gehört. Das Rad war in der Nacht zum 16. November aus dem aufgebrochenen Schuppen der Familie gestohlen worden. „Wir haben gar nicht mehr damit gerechnet, dass das Fahrrad wieder auftaucht, sagt Barbara Meyer, die Mutter der Jungen. Aber zum Glück hatte die Familie Anzeige erstattet, sodass Jakobs Rad zugeordnet werden konnte.

Der Polizist sei sehr nett am Telefon gewesen, sagt Barbara Meyer. Er habe sogar angeboten, dass er das Rad nach Feierabend in Wehlheiden vorbeibringe. Schließlich könne die Familie ja das Haus nicht verlassen. „Herr Klug hat mehr gemacht, als nötig war“, sagt Barbara Meyer. „Das hat uns alle voll begeistert.“

Daraufhin war die Aufregung groß. Da die Familie Plätzchen gebacken hatte, wurde erst einmal eine Tüte für den Polizisten gepackt. Damit nicht genug. Jakob lief spontan in die Küche und beschriftete eine Tüte aus Butterbrotpapier, auf die er schrieb: „Vielen Dank. Ich bin so glücklich.“ In die Tüte steckte er sein Schnuckzeug von Halloween. Gummibärchen und Schokoriegel, wie der Neunjährige am Telefon erzählt. „Ich habe mich ganz doll gefreut“, sagt Jakob, der die Auefeldschule besucht.

Über den Diebstahl seines Dirt-Bikes, das er erst im Mai zum Geburtstag geschenkt bekommen hat, habe er sich geärgert. „Ich finde es doof, dass es Leute gibt, die so etwas machen.“

Auch sein sechsjähriger Bruder Samuel war von dem Polizisten begeistert. Er schenkte ihm einen Stern, den er am Nachmittag mit seiner Mutter gebastelt hatte.

Dass er den Kindern mit dem Zurückbringen des gestohlenen Rades solch eine Freude bereitet hat, hat auch Polizeihauptkommissar Thorsten Klug sehr erfreut, wie Polizeisprecher Matthias Mänz erzählt. Die Ermittler hatten das Rad übrigens nach einem Tipp in einem Mehrfamilienhaus in der Kasseler Innenstadt entdeckt. Neben zwei weiteren gestohlenen Rädern.

Jakob weiß schon, was er als Erstes unternimmt, wenn er wieder gesund ist und die Quarantäne endlich verlassen darf: Er dreht dann eine Runde auf seinem türkisfarbenen Fahrrad.

(Ulrike Pflüger-Scherb)

„Ich bin so glücklich“ steht auf der Tüte, die Jakob für den Polizisten beschriftet hat.
„Ich bin so glücklich“ steht auf der Tüte, die Jakob für den Polizisten beschriftet hat. © Polizei Kassel

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