Entscheidung im Herbst - Infoveranstaltung im Bürgersaal

Große Pläne für Grimms

Berühmte Brüder: Wilhelm und Jacob Grimm – Büsten auf der Sonderausstellung im Südflügel des Kulturbahnhofs. Archivfoto: Fischer

Kassel. Von den 200 Besuchern im Bürgersaal des Rathauses stellte niemand das Projekt neues Grimm-Museum grundsätzlich infrage. Möglicherweise lag das an der Zusammensetzung des Publikums. Während draußen bei herrlichem Frühlingswetter das Stadtfest begann, diskutierten in erster Linie Funktionsträger aus Politik und Kultur über das 20-Millionen-Euro-Projekt.

Es wird weitere Informationsveranstaltungen geben, sicherte Oberbürgermeister und Kulturdezernent Bertram Hilgen (SPD) zu. Bis zum Herbst soll die Meinungsbildung abgeschlossen sein, dann werden die Stadtverordneten entscheiden. Über den Standort Weinberg für einen Museumsneubau will Hilgen allerdings nicht mehr diskutieren. Das Grimm-Museum entstehe entweder dort oder gar nicht, sagte er. Das Zwischenergebnis der nicht repräsentativen HNA-Online-Befragung: 50,5 Prozent der Leser sagen ja zu einen Museumsneubau auf dem Weinberg, 40,6 Prozent nein, 8,9 Prozent ist es egal.

Die Anregungen und Fragen bei der Informationsveranstaltung im Bürgersaal:

• Wie wird es um die architektonische Qualität des Museums bestellt sein? (Bernd W. Häfner, Stadtverordneter Freie Wähler). Der finanzielle Schwerpunkt liege bei der attraktiven Ausstattung des Museums, nicht beim Gebäude selbst, sagt Norbert Altenhöner vom Potsdamer Beratungsbüro Themata. Beim Baukörper spare man dadurch, dass alle Ausstellungsräume auf einer Ebene liegen, man also keine Aufzüge und Treppenhäuser brauche. Qualität soll durch einen Architektenwettbewerb gewährleistet werden.

• Wird auch ein internationales Publikum, insbesondere in Asien und Nordamerika, angesprochen? (Benjamin Schäfer, Geschäftsführer Deutsche Märchenstraße). Die Planer rechnen damit, dass 80 Prozent der Besucher aus einem Umkreis bis 100 Kilometer kommt. Doch auch andere wolle man ansprechen. Insbesondere zur documenta werde das Publikum internationaler.

• Bringt die Märchen zu den Menschen. Der als Kabarettist und Mundartspezialist bekannte Karl Garff nannte die Texte auf den Scheiben der Regiotrams als beispielhaft. Auch das documenta-Kunstwerk von Ecke Bonk (Deutsches Wörterbuch) müsse endlich wieder zu sehen sein.

• Richtet in der Torwache die Wohnung der Grimms wieder ein. Karl-Hermann Wegner, der frühere Leiter des Stadtmuseums, erneuerte diese Forderung. Die Reaktion auf dem Podium war reserviert. Im Publikum gab es dafür aber viel Applaus.

• Nutzt als Bauplatz das Gelände der ehemaligen Gewächshäuser am Weinberg (Ebenfalls Karl-Hermann Wegner). Der genaue Bauplatz steht noch nicht fest. Bertram Hilgen will darüber bei der nächsten Informationsveranstaltungen reden. Nach Jahren des Stillstandes gebe es jetzt eine hervorragende Arbeitsgrundlage für ein attraktives Grimm-Museum. Im Jahr 2014 soll es stehen.

Mitdiskutieren: www.hna.de/kassel

Von Thomas Siemon

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