Skateboard-Fahrer dürfen Platz vor Stadthalle nutzen, müssen aber Regeln einhalten

Große Sprünge auf Probe

Hoch hinaus: Christian Müller (23) und andere Skater können ihre Kunststücke nun auch vor der Stadthalle zeigen. Der Platz wurde unter Auflagen vorerst bis zum 31. August freigegeben. Foto: Herzog

kassel. Etappensieg für Kassels Skateboarder: Sie dürfen mit ihren Rollbrettern auf dem Platz vor der Stadthalle fahren und ihre artistischen Sprünge üben. Zumindest vorläufig. Die Erlaubnis für den Platz gilt bis Ende August. Bis dahin haben die Skater Zeit zu zeigen, dass sie Rücksicht auf andere nehmen. Gelingt ihnen das, dürfen sie den Platz weiterhin nutzen.

Skateboarder und BMX-Fahrer müssen sich an klare Regeln halten: Das Parkhaus ist tabu, und wenn Besucher die Stadthalle betreten oder verlassen, müssen sie den Platz räumen. Darüber soll es keine Diskussionen mit dem Stadthallenpersonal geben. Müll muss in Mülleimern entsorgt werden. Diese Vereinbarungen hat die Tagungszentrum Stadthalle Kassel GmbH (TSK) mit Vertretern des Jugendamts und des Skateboardvereins Mr. Wilson geschlossen.

Parkhaus ist tabu

„Wir hatten erhebliche Probleme“, berichtet TSK-Geschäftsführer Peter Ley. Bei Regen seien die Skater ins Parkhaus ausgewichen. Ihre Aktivitäten hätten dazu geführt, dass die Schrankenanlage nicht mehr richtig arbeitete. Mit der Folge, dass den Autofahrern ein volles Parkhaus signalisiert worden sei - auch wenn es weitgehend leer war. Nun sei das Skaten im und auf dem Parkhaus tabu. Im Gegenzug habe man den Platz freigegeben - unter den gegebenen Bedingungen. „Das funktioniert gut“, sagt Ley. „Die Skater halten sich daran.“

Daniela Ritter vom kommunalen Jugendbildungswerk spricht von einem beliebten Treffpunkt. Der Belag vor der Stadthalle sei gut zum Fahren und nach einem Regenguss schnell trocken. Der Platz sei bei Jüngeren aus dem Stadtteil beliebt. Es hielten sich aber auch andere Jugendliche dort auf, die von der Vereinbarung nichts wüssten. „Man kann nicht immer alle erreichen“, sagt Ritter. Cliquenbetreuer schauten vor Ort nach dem Rechten. Trotz aller Schwierigkeiten hofft sie, dass der Platz auch nach der Testphase für die Skater zugänglich bleibt. Zu möglichen Schäden war gestern aus dem Rathaus keine Auskunft zu erhalten.

Der Vorsitzende des Vereins Mr. Wilson weiß, was auf dem Spiel steht: „Wenn’s bis Ende August nicht klappt, können wir den Platz für immer vergessen“, sagt er. Matthias Weiland steht seit 2008 an der Spitze des Skatervereins. Der 27-jährige Student der Sozialwissenschaften versteht sich als Vermittler zwischen den Generationen. Er selbst fährt seit elf Jahren Skateboard und kennt die gängigen Reaktionen: Den jugendlichen Skatern werde meist nicht auf höfliche Art klar gemacht, wenn sie unwillkommen sind. Das sei bedauerlich. „Es wäre wirklich schön, wenn mehr Verantwortliche das Gespräch mit uns suchen würden“, sagt Weiland. KOMMENTAR, HINTERGRUND

Von Ellen Schwaab

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