Als Baudezernent will der Grüne die Stadtentwicklung voranbringen

Christof Nolda: Große Ziele, kleine Schritte

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Sieht sich der Aufgabe gewachsen: Christof Nolda will ab Januar 2012 das Kasseler Baudezernat führen.

Kassel. Er freut sich auf die neue Aufgabe: Allein schon wegen der sicheren Auftragslage für die nächsten Jahre, sagt Christof Nolda (Grüne) schmunzelnd. Der Kasseler Architekt soll neuer Stadtbaurat werden.

Der 49-Jährige weiß aber auch, dass die Arbeit an der Spitze des großen Baudezernats nicht einfach wird.

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Dass er keine Verwaltungserfahrung mitbringt, schreckt ihn nicht. Der Blick von außen könne durchaus dienlich sein. Anders als sein fachfremder Vorgänger Dr. Joachim Lohse (parteilos), der vor seinem Wechsel nach Kassel als Öko-Manager tätig war, spricht Nolda mühelos über die Kasseler Stadtentwicklung:

Als Beispiele nennt er unter anderem die geplante Bebauung des Weinbergs und den Umbau der Friedrich-Ebert-Straße. Ganz oben auf seiner Liste steht eine bessere Anbindung der Universität an die Innenstadt. Die Verkehrsprobleme am Holländischen Platz hat er ebenfalls im Blick. „Man muss dort kurzfristig eine Lösung finden“, sagt er. Allerdings werde sich der Ansturm mit dem Ausbau des Campus vom Holländischen Platz verlagern. Locker, offen und humorvoll, so präsentiert sich der designierte Stadtbaurat im Redaktionsgespräch. „Große Ziele, kleine Schritte“, lautet seine Devise. So komme der Bebauung auf dem Grundstück des Stadtbads Mitte, das abgerissen werden soll, eine besondere Bedeutung bei der Verknüpfung der Quartiere zu. Ein kleiner Schritt, der eine große Wirkung habe.

Salzmann-Fabrik

Beim Thema Salzmann, bei dem die Grünen bislang gebremst haben, gibt er sich offen. Als Industriedenkmal habe die ehemalige Fabrik in Bettenhausen einen hohen Stellenwert, sagt er. Er hoffe, dass die zentralen Fragen geklärt wurden. Wenn die Erwartungen erfüllt und das Vorhaben umgesetzt werde, „weihe ich das gern ein“, sagt Nolda.

Bei einem weiteren Streitpunkt zwischen SPD und Grünen, dem Gewerbegebiet Langes Feld, verweist er auf die Bürgerbeteiligung und das angestrebte Bürgerbegehren. Dass ihm bei entsprechenden Mehrheiten die Hände gebunden sind, nimmt er hin. Als Stadtbaurat habe er sich nach politischen Entscheidungen zu richten. Aus seiner Sicht muss die Ausweisung neuer Bauflächen in der Stadt aber die Ausnahme sein.

„Man muss den Autoverkehr nicht unmöglich machen.“

Der designierte Stadtbaurat Christof Nolda

In der Verkehrspolitik setzt der Grüne darauf, „die Gleichwertigkeit der unterschiedlichen Verkehrssysteme sicherzustellen. Die gibt es noch nicht.“ Was das konkret bedeutet, lässt er offen. Nolda bekennt sich zum Umbau des Altmarkts. „Man muss den Autoverkehr nicht unmöglich machen“, sagt er.

Dass er wegen der Finanzlage der Stadt als Baudezernent keine großen Sprünge machen kann, ist ihm als Ortsbeiratsmitglied und Stadtverordneter bewusst. „Es muss gespart werden, aber mit Intelligenz.“ Dass er gestalten will, daran lässt er keinen Zweifel. „Der Stillstand hat der Stadt nicht gutgetan“, sagt er. Noch muss er sich etwas gedulden. Wenn alles glattläuft und Nolda am 12. Dezember von den Stadtverordneten zum Baudezernenten gewählt wird, kann er im Januar loslegen.

Von Ellen Schwaab

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