Sägen für mehr Sicherheit

Großeinsatz an der Adenauer-Straße - 300 bis 400 Bäume werden gefällt

Kassel. Es knackt und kracht und brummt; Marcos dunkle Augen leuchten. Der Zehnjährige schaut zu, wie der Greifarm einen großen Baumstamm in die Zange nimmt. „Die Maschine kann den Baumstamm gleichzeitig halten und schneiden“, sagt Marco fasziniert: „Das ist cool!“

Gemeinsam mit seinen Eltern und seinem kleinen Bruder schaut er am Samstag den Waldarbeitern bei ihrer Arbeit zu. Die haben am Wochenende einen Großeinsatz an der Konrad-Adenauer-Straße. Dabei sind starke Maschinen und über 30 Helfer im Einsatz.

Auch die Deutsche Waldjugend packt mit an – freiwillig. Michael (14), Moritz (13) und Simon (14) von den Elgershäuser Spechten kehren zum Beispiel die Straße und weisen Anwohnern, die zu ihren Häusern fahren dürfen, den Weg. Für den Durchgangsverkehr ist die Konrad-Adenauer-Straße am Samstag und Sonntag tagsüber zwischen der Druseltalstraße und dem Autobahnanschluss von 7 bis 18 Uhr gesperrt. Trotz der großflächigen Ausschilderung fahren etliche Autofahrer bis zu Absperrung, wo sie umkehren müssen. Staus und größere Behinderungen gibt es bislang aber nicht. „Die meisten haben es verstanden, manche waren leicht genervt“, berichtet Simon von den Elgershäuser Spechten am Samstagnachmittag.

Aktualisiert um 16.30 Uhr

Sein Vater Frank Drost bringt da gerade die Verpflegung vorbei: Es gibt Würstchen, die auf einer Feuertrommel – einem runden Freiluftofen, in dem Holzscheite brennen – heiß gemacht werden, Brötchen und Waldbeerentee. Ein paar Meter weiter wirbelt Vereinsfreund Eric (15) gemeinsam mit Peter Vahle (Garten- und Forstwirtschaftsservice) mit lauten Laubbläsern Reisig zusammen. Auf der Fahrbahn liegen lange Äste, der Bürgersteig ist streckenweise mit Sägespänen übersät, Motorsägen heulen und Maschinen brummen. Es riecht nach feuchter Erde und frisch geschnittenem Holz.

300 bis 400 Bäume – Buchen, Eschen, Erlen, Bergahorn und weitere Arten –, die zu stark in den Straßenraum gewachsen, krank oder nicht mehr standfest sind, müssen gefällt werden. „Das Notwendigste schaffen wir“, sagt der für das Revier Wahlershausen zuständige Leiter Arnd Kauffeld vom Forstamt Wolfhagen am Nachmittag. Das Stammholz der gefällten Bäume werde verkauft und zu Brettern und Stielen verarbeitet oder als Industrie- und Bauholz eingesetzt. Über die Kosten für die Großaktion, bei dem teure Spezialmaschinen im Einsatz waren, kann er keine Angaben machen.

„Es ist immer ein Eingriff in die Natur“, sagt der Revierleiter angesichts des an einigen Stellen trostlosen Bildes nach den ersten Stunden des Einsatzes, der vor allem aus Sicherheitsgründen notwenig geworden war. Doch werde er dem Wald auf lange Sicht gut tun. Die einzelnen Bäume hätten in den nächsten Jahren mehr Platz zur Entfaltung, kämen besser zur Geltung und stünden sicherer. „In zwei bis drei Jahren sieht man das Ergebnis.“

Fotos von den Baumfällarbeiten

Konrad-Adenauer-Straße wegen Baumfällarbeiten dicht

Rubriklistenbild: © Hessennews.TV

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