SPD Kassel verlor in zehn Jahren ein Drittel ihrer Mitglieder

Großen Parteien laufen Mitglieder davon: SPD verliert am meisten

Kassel. Die großen Parteien verlieren seit Jahren stark an Mitgliedern. Dies ist auch in Stadt und Landkreis Kassel nicht anders. Dagegen überraschen neue Gruppierungen wie die Piraten mit Zulauf. Auch der bundesweite Aufwind der Grünen spiegelt sich in der Region wider.

Nordhessens Traditionspartei SPD hat den größten Einbruch zu beklagen: Allein im Unterbezirk Kassel-Stadt verloren die Genossen in zehn Jahren über 800 Mitglieder. Waren es im Jahr 2000 noch 2415 Kasseler mit einem SPD-Parteibuch, so sind es heute noch 1601. Damit schrumpfte die Mitgliederzahl um ein Drittel. Hoffnung macht SPD-Unterbezirks-Geschäftsführer Norbert Sprafke, dass sich der Schwund seit drei Jahren verlangsamt hat. 2011 verlor die SPD nur acht Mitglieder.

Ebenfalls deutlich hat auch die Mitgliederzahl von Kassels Christdemokraten abgenommen. Seit 2005 sind es 232 weniger. Die CDU zählt heute in Kassel noch 738 Mitglieder. Einen ähnlich hohen Verlust, wenn auch auf höherem Niveau, musste sie im Landkreis hinnehmen. Der Grund dafür liege in der Altersstruktur der Partei, sagte die Kreisgeschäftsführerin der CDU Kassel, Barbara Herrmann-Kirchberg. Es fehlten die jungen Mitglieder.

Ganz anders ist die Situation bei den Grünen, die in der Stadt und im Landkreis Kassel seit über zehn Jahren Mitglieder gewinnen und zusammen 430 haben. Über Zuwachs können sich auch die Piraten freuen. Deren positiver Trend in Stadt und Landkreis bewegt sich mit mit insgesamt 87 Mitgliedern aber noch auf niedrigem Niveau.

Das Stimmungstief der Bundes-FDP ist auch in der Mitgliederstärke vor Ort erkennbar. Seit dem Erfolg der Liberalen bei der Bundestagswahl 2009 gab es etwa 30 Parteiaustritte im Stadtgebiet - dort hat die FDP noch 161 Mitglieder, im Kreis sind es 180. Nächste Seite, Blickpunkt

Von Christina Hein und Bastian Ludwig

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