Gesundheit im Gespräch

Großes Interesse am Infoabend zum Thema Sexualität im Alter

Kassel. Sex wünschen sich Frauen und Männer bis ins hohe Alter. Sexualität im Alter unterscheidet sich nicht per se von der in jungen Jahren, wird aber von anderen Faktoren wie körperlichen Problemen beeinflusst. Und das größte „Sexualorgan“ ist der Kopf.

Das sagt die Paar- und Sexualberaterin Petra Zimmermann, Geschäftsführerin von Pro Familia.

„Lust statt Frust – Sexualität im Alter“ war das Thema beim jüngsten Informationsabend in der Reihe „Gesundheit im Gespräch“.

Treten Probleme bei der Sexualität auf, sollte man vor allem mit seinem Partner darüber sprechen – dies ist eine zentrale Botschaft Zimmermanns.

Beim Mann sind es in erster Linie Erektionsprobleme, die am Selbstwertgefühl nagen, eine Partnerschaft belasten können und ein wichtiger Faktor für die Zufriedenheit mit der Sexualität sind. Neben Alkohol- und Nikotinkonsum sowie einer verringerten Fitness könnten Medikamente bei körperlichen Beschwerden wie Bluthochdruck oder Herzerkrankungen, aber auch Nerven- und Gefäßprobleme, etwa bei Diabetes, Erektionsstörungen begünstigen, sagt der Kasseler Hausarzt Dr. Uwe Popert.

Auch psychische Leiden wie Depressionen und Schuldgefühle sowie eine zu kritische Selbstbetrachtung können den Experten zufolge zu Impotenz führen. Wenn es Probleme gibt, sollten die auch angesprochen werden, entweder beim Arzt oder beispielsweise bei einer Beratungsstelle wie Pro Familia. „Die Ansprache ist oft das größte Problem“, sagt Popert. Dafür sollte man sich beim Arzt einen Termin geben lassen und sich Zeit nehmen, rät er.

Seit einigen Jahren gibt es Medikamente, die bei Erektionsstörungen helfen. „Eine intakte Partnerschaft ist allerdings sehr wichtig und wiegt oft mehr als eine Erkrankung“, sagt Popert. Zudem seien viele ältere Menschen heute gesünder, als dies in früheren Generationen der Fall gewesen sei.

In puncto sexueller Zufriedenheit spielen bei älteren Frauen laut Zimmermann vor allem die Wichtigkeit der Sexualität in früheren Jahren, der Partner, körperliche Gesundheit, der Lebensstil und die eigene Akzeptanz des Körpers eine wichtige Rolle. Gerade für Frauen werde auch ab einem gewissen Alter die Partnersuche schwierig. Frauen haben eine längere Lebenserwartung und sind in einer Partnerschaft häufig jünger als die Männer. Es gibt also einen erhöhten Anteil verwitweter Frauen.

Körperliche Probleme wie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr infolge einer verringerten Östrogenproduktion lassen sich bei älteren Frauen Popert zufolge mit Crèmes oder Gleitmitteln gut in den Griff bekommen.

Laut Apotheker Michael Höckel, Leiter Zentralbereich Apotheke am Klinikum Kassel, fragen viele in der Apotheke nach Nebenwirkungen oder Verschreibungspflicht von Medikamenten gegen Erektionsstörungen.

„Der Arzt sollte erste Anlaufstelle bei Problemen sein“, sagt er. Eine Beratung sei sehr wichtig. Außerdem seien die Medikamente in der Regel ohnehin verschreibungspflichtig. Außerdem rät er, auch bei der Einnahme von Medikamenten auf jeden Fall die Partnerin einzubeziehen.

Gut 100 Besucher waren zu dem Informationsabend in den Hermann-Schafft-Saal gekommen. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Gesundheitsamt Region Kassel, die Patenschaft hatte die Krankenkasse AOK Hessen. Moderator war Peter Ochs. Artikel unten Eine Aufzeichnung der Veranstaltung ist heute Abend ab 18.45 Uhr im Offenen Kanal Kassel zu sehen sowie im Internet unter www.gesundheitimgespraech.de

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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