Branchenaustausch: Erster Tag der nordosthessischen Immobilienwirtschaft

Großinvestition nahe Kassel geplant: Investor steht mit Regierungspräsidium im Austausch

Gewerbe im Umfeld von Kassel: Unser Luftbild zeigt den Industriepark Kassel Waldau, Lohfelden-Crumbach (unten), Fuldabrück-Bergshausen (links) sowie den Lohfeldener Rüssel.
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Gewerbe im Umfeld von Kassel: Unser Luftbild zeigt den Industriepark Kassel Waldau, Lohfelden-Crumbach (unten), Fuldabrück-Bergshausen (links) sowie den Lohfeldener Rüssel.

Am Rande eines Branchentreffs der Immobilienwirtschaft Nordosthessen wurde bekannt, dass im Landkreis Kassel – unweit von Kassel – eine Großinvestition auf 64.000 Quadratmetern geplant ist.

Kassel – Die Veranstalter waren merklich stolz: Nachdem mit der Münchner Expo Real die größte Immobilienmesse Deutschlands wegen Corona abgesagt worden war, hätten sie den einzigen großen Branchentreff auf die Beine gestellt. 120 Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik tauschten sich am Donnerstag zum ersten Tag der nordosthessischen Immobilienwirtschaft aus. Das Treffen mit Vertretern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich fand virtuell stand.

Trotz der Auswirkungen der Corona-Krise blickten die Veranstalter relativ positiv in die Zukunft. Die Wirtschaft am Standort Nord-/Osthessen habe sich in vielen Branchen als robust erwiesen. Dies gelte etwa für den Tourismus, der etwa im Rhein-Main-Gebiet deutlich stärker gelitten habe, so Ute Schulte, Geschäftsführerin Regionalmanagement Nordhessen.

Auch Dr. Thomas Steinmüller, Vorsitzender des Logistikausschusses ZIA, machte sich trotz der tief greifenden Veränderungen in Folge der Krise wenig Sorgen. Wegen der einstigen Zonenrandlage und der Entwicklung nach der Wende habe sich die Region schon einmal als anpassungsfähig erwiesen. Der südhessische Ballungsraum sei auf solche Umbrüche vermutlich weniger vorbereitet.

Regierungspräsident Herrmann-Josef Klüber machte deutlich, dass zur Bewältigung der Herausforderungen die Städte und Kreise im Regierungsbezirk Nord- und Osthessen nicht alleine agieren dürften. „Wir müssen die Zukunftsthemen gemeinsam denken. Die Regionen sind zu klein, um den tief greifenden Wandel zu meistern.“ Es sei an der Zeit, das Know-how zu bündeln und Kooperationen zu schließen. Besonders in den Bereichen erneuerbare Energien und Wasserstofftechnologie könne der Bezirk mit Kassel und Fulda zwei Kompetenzzentren aufbieten.

Konkrete Vertragsabschlüsse hat es bei dem Treffen der Immobilienfinanzierer, Projektentwickler und Investoren noch nicht gegeben. Allerdings wartete der Regierungspräsident mit einer Überraschung auf: Das Regierungspräsidium stehe mit einem Investor in Kontakt, der im Landkreis Kassel eine Gewerbeimmobilie mit 64.000 Quadratmetern Fläche plane. Das Areal soll in der Nähe von Kassel liegen. Den Namen des Investors und den genauen Standort wollte Klüber mit Verweis auf die laufenden Gespräche nicht nennen.

Bei Projekten dieser Größenordnung spielten aber nicht nur ökonomische Überlegungen, sondern auch Nachhaltigkeitsfaktoren eine wachsende Rolle. „Die Sensibilität der Bevölkerung ist an der Stelle gestiegen.“ Hessen habe das Ziel, die Flächenversiegelung auf 2,5 Hektar pro Tag zu begrenzen – weniger als die Hälfte des Wertes von 1990. Auch durch intelligente Dachgestaltungen könne dieses Ziel erreicht werden. (Bastian Ludwig)

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