K+S bedauert Stopp des Verkaufsprozesses

Bund stoppt Bieterverfahren  für Grube Roßleben

Ulrich Göbel

Kassel. Das 1991 stillgelegte Kalibergwerk Roßleben im thüringischen Kyffhäuserkreis wird vorerst nicht reaktiviert. Damit muss der Kasseler K+S-Konzern seine Wiederbelebungspläne vorerst begraben.

Unternehmenssprecher Ulrich Göbel bedauerte die „vollständige Beendigung des Bieterverfahrens“. Das Thema sei damit zum jetzigen Zeitpunkt abgehakt. „Ungeachtet dessen sind wir aber überzeugt, dass unser Konzept eine langfristige und sinnvolle Nutzung ermöglicht“, sagte Göbel. Wenn der Bund zu einem späteren Zeitung eine erneute Vermarktung einleite, werde man prüfen, ob man wieder mitbiete.

Grund für die aktuelle Entwicklung ist, dass die bundeseigene Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung stillgelegter Bergwerksbetriebe (GVV) in Sondershausen, die ehemalige Gruben verwaltet, den Verkaufsprozess gestoppt hat. Zuletzt waren noch der Kasseler Kali- und Salzproduzent und die Bietergruppe „Florett“ um den Chemiekonzern Israel Chemicals und den Sondershäuser Salzproduzenten GSES im Rennen. Hintergrund ist der Verfall des Kalipreises am Weltmarkt infolge des russisch-weißrussischen Kalikriegs. Die stark gesunkenen Tarife lassen einen rentablen Betrieb des früheren Bergwerks offenbar nicht zu. Erschwerend kam hinzu, dass die Preisvorstellungen von Bund und Bieter weit auseinanderlagen.

Etwa 18 Millionen Tonnen Rohsalz werden in dieser Lagerstätte vermutet. Zu Beginn des erfolglosen Vermarktungsprozesses vor sieben Jahren war von Investitionen in dreistelligen Millionenhöhe sowie von 250 neuen Arbeitsplätzen die Rede gewesen.

Unterdessen sind die anderen Grubenprojekte des Kasseler Dax-Konzerns zum Teil weit fortgeschritten. Die fast 2,7 Milliarden Euro teure Erschließung des neuen Bergwerks „Legacy“ (Vermächtnis oder Erbschaft) in der Provinz Saskatchewan in Kanada ist weit fortgeschritten. Bereits 2016 soll dort durch ein aufwendiges Auswaschverfahren das erste Kali aus der Erde geholt werden – zunächst zwei Millionen Tonnen im Jahr.

Und in Giesen bei Hildesheim prüft K+S seit Jahren die Wiederinbetriebnahme einer früheren Kaligrube, deren Infrastruktur in vollem Umfang intakt ist. In diesem Jahr noch soll nach Angaben Göbels das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Ergebnisse erhofft man sich für 2016. „Erst dann werden wir entscheiden, ob wir das Bergwerk wiederbeleben oder nicht“, so der Sprecher. Archivfoto: Kopietz/nh

Von José Pinto

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