Regensommer begünstigt Wachstum

Grün sprießt’s aus dem Asphalt: Unkraut wuchert auf Wegen

Wildwuchs auf Kassels Wegen: An der Loßbergstraße in Kirchditmold macht sich Löwenzahn breit. Fotos: Dilling

Kassel. Gartenbesitzer mussten dieses Jahr öfter als sonst den Rasenmäher anwerfen. Der viele Regen in diesem Sommer hat das Gras üppiger als sonst wachsen lassen. Doch auch im Straßenbild hat sich das Grün breit gemacht: Gras und Moose wuchern an den Bordsteinen vieler Straßen. Das könnte auch langfristige Folgen haben.

Das Kraut sprießt aus Rissen im Asphalt so mancher Bürgersteige und erinnert an den Sanierungsstau, der sich auf vielen Gehwegen aufgebaut hat. Hinzu kommt Unkraut, dass sich an manchen Stellen aus den Vorgärten auf die Bürgersteige vorkämpft.

Für die Stadt Kassel und die Stadtreiniger ist das üppig wuchernde Grün allerdings kein Anlass zur Sorge. Aus seiner Sicht handele es sich nur um eine „optische Geschichte“, sagt Christian Herbort, stellvertretender Abteilungsleiter der Stadtreiniger. Risse in der Asphaltdecke von Straßen würden sich nicht verschlimmern, weil der rollende Verkehr verhindere, dass dort Unkraut wachse. Im übrigen sei es richtig, dass Wildkraut bei Regen und gleichzeitig warmer Witterung schneller wachse. Das habe aber keinen Mehraufwand zur Folge. Zwischen April und Oktober würden ohnehin vier Mitarbeiter zusätzlich für die Beseitigung eingestellt, teilte Herbort mit. Die Straßen würden nach und nach abgearbeitet.

Doch kann der Wildwuchs in Asphalt und Pflasterbelägen von Gehwegen Schäden anrichten oder vorhandene Risse verschlimmern? Dazu sagt das Straßen- und Tiefbauamt auf Anfrage nur so viel: Es seien bisher keine Schäden durch das Grün beobachtet worden.

Grün trotz hohem Verkehrsaufkommen: Auch in Höhe der Bushaltestelle an der Straße „Am Auestadion“ sprießt es.

Beim Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (Julius-Kühn-Institut, JKI) sieht man das offensichtlich kritischer. Während einer Tagung des Instituts, bei der es um Strategien zur Unkrautbekämpfung ging, wies ein Wissenschaftler des JKI darauf hin, dass zumindest der Löwenzahn wegen seines Starken Wurzelwerks Pflaster und Gehwegplatten anheben kann. Die Gemeinde Burgstetten in Bayern hat erst vor ein paar Wochen ihre Bürger aufgefordert, ihn von Wegen zu beseitigen, weil des den Asphalt aufbrechen könne.

Auch in Kassel sind Grundstücksbesitzer im Zweifelsfall aufgefordert, zu Stecheisen oder Hacke zu greifen. Zwar besteht laut Auskunft der Stadt keine Verpflichtung, den Gehweg vor der eigenen Haustür zu säubern. Das gelte aber nicht, wenn Unkraut oder andere Pflanzen vom Vorgarten auf den Bürgersteig wachsen, sagt Herbort.

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