Mitgliederversammlung vergibt Auftrag für Verhandlungen - Gespräche ohne Vorbedingungen

Grüne: Einstimmig für Bündnis mit SPD

Dr. Andreas Jürgens

Kassel. Die Grünen sehen einen klaren Auftrag der Wähler für eine Zusammenarbeit mit der SPD in der Stadtverordnetenversammlung. Die Kreismitgliederversammlung hat am Freitagabend einstimmig beschlossen, dass der Kreisvorstand und die Fraktionsspitze in Gespräche mit der SPD eintreten sollen.

Überraschend ist das nicht, denn zu dieser Zusammenarbeit gibt es aus Sicht der Grünen keine Alternative. Immerhin haben 40 Prozent derjenigen, die die Grünen bei der Kommunalwahl gewählt haben, auch Bertram Hilgen (SPD) als Oberbürgermeister angekreuzt. Daraus leiten die Grünen einen klaren Auftrag ab. „Wir hätten auch ohne die schrecklichen Ereignisse in Japan zugelegt“, sagte ein selbstbewusster Dr. Andreas Jürgens, der zusammen mit Eva Koch Kreisvorsitzender ist. Auch im Vergleich mit anderen hessischen Städten sei das Kasseler Ergebnis hervorragend. Ziel müsse jetzt eine klare Absprache mit der SPD über Sachthemen sein. Die Zeit wechselnder Mehrheiten sei vorbei.

Worauf sich die Grünen bei diesen Gesprächen einstellen, formulierte Dr. Marianne Hornung-Grove (Ortsbeirat Wehlheiden). „Da haben wir es mit vielen mauligen und verprellten Altmännergenossen zu tun“, sagte sie. Widersprochen hat ihr von den 50 Grünen-Mitgliedern im Saal des Kolping-Hauses niemand.

Die Kasseler Grünen haben mit 24,9 Prozent das beste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren. Die Fraktion im Rathaus wächst um sieben Sitze, die Zahl der Ortsbeiratsmitglieder von 35 auf 60. Bei aller Euphorie warnten führende Vertreter wie Andreas Jürgens aber auch immer wieder, jetzt auf dem Teppich zu bleiben. „Wir haben vom Wähler einen Auftrag, das bedeutet aber auch jede Menge Verantwortung“, sagte er.

Alternative zum Langen Feld

Folgerichtig gibt es in dem Beschluss zu Verhandlungen mit der SPD auch keine Ausschlusskriterien. Das umstrittene Gewerbegebiet Langes Feld wird mit keinem Wort erwähnt. „Unser Wahlprogramm ist die Grundlage für die Gespräche“, sagte die Kreisvorsitzende Eva Koch. Dort steht, dass es nach Ansicht der Grünen Alternativen zum Langen Feld gibt. So reichten zum Beispiel die Flächen am Sandershäuser Berg (Niestetal) für die nächsten zehn bis 15 Jahre aus. Interkommunale Gewerbegebiete seien deutlich besser als kleinteilige Lösungen. Die Genossen sehen das anders.

In ihrem Wahlprogramm sprechen sich die Grünen klar für das geplante Fahrrad-Verleihsystem aus. Auch hier gab es schon Differenzen mit der SPD. HINTERGRUND LINKS

Von Thomas Siemon

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