Bei den Wahlen der Ortsbeiräte zeichnen sich große Veränderungen ab

Kassels Stadtteile: Grüne erobern den Westen

Kassel. Grün, grüner am grünsten: Dieser Trend zeichnet sich bei den Wahlen der Ortsbeiräte für die 23 Kasseler Stadtteile ab. Es sind noch einige Verschiebungen möglich, weil erst am Mittwoch alle Stimmen ausgezählt sein sollen. Trotzdem zeichnen sich schon faustdicke Überraschungen ab.

Selbst im Vorderen Westen, wo die Grünen traditionell besonders gut abschneiden, hat es so ein Ergebnis noch nicht annähernd gegeben: Hier kommen die Grünen bislang auf 45,7 Prozent und verweisen die SPD mit dem aktuellen Ortsvorsteher Wolfgang Rudolph mit 31,7 Prozent deutlich auf Platz zwei.

Im traditionell CDU-dominierten Ortsbeirat von Bad Wilhelmshöhe zeichnet sich ein Erdrutsch ab. Hier werden die Grünen nach dem bisherigen Stand mit 36,1 Prozent die stärkste Fraktion werden. Die CDU, die bislang mit Martin Engels den Ortsvorsteher stellt, rutscht demnach um über sechs Punkte auf 30,5 Prozent. Die SPD verbessert sich leicht auf 27,4 Prozent.

Im Stadtteil Mitte haben die Grünen die Chance, stärkste Fraktion zu werden. Sie stehen hier bei 36,8 Prozent. In der Südstadt liegen SPD (40,3) und Grüne (39,9) nahezu gleichauf.

Wehlheiden wackelt

Auch in der SPD-Hochburg Wehlheiden zeichnet sich ein Erfolg der Grünen ab. Sie stehen bei 39,6 Prozent, die SPD bei 36 Prozent.

Noch deutlicher ist der Zuwachs der Grünen in Kirchditmold. Ihr aktueller Stand: 40,2 Prozent. Auch in der Unterneustadt sind sie bislang stärkste Fraktion und kommen auf 42 Prozent.

CDU nur noch bei 8,4 Prozent

Im Kasseler Osten und Norden ist die SPD nach wie vor die stärkste Kraft. Doch auch hier holten die Grünen deutlich auf. Ein außergewöhnliches Ergebnis zeichnet sich im Stadtteil Wesertor ab. Wenn sich das Zwischenergebnis bestätigt, kommen SPD (54,4 Prozent) und Grüne (37,2 Prozent) auf über 90 Prozent. Die CDU verliert hier enorm und kommt nur noch auf 8,4 Prozent (minus 23,1 Prozent). Allerdings stand mit Christian Klobuczynski auch nur ein Kandidat auf der Wahlliste der Union.

Die CDU ist auch in anderen Stadtteilen der große Verlierer. Selbst in ihrer Hochburg Brasselsberg kommt sie nur noch auf 37,1 Prozent (minus 5,1). Zweitstärkste Kraft sind die Grünen, die bei 33, 1 Prozent stehen. Sie verzeichnen ein sensationelles Plus von 20,6 Prozent. Neben dem allgemeinen Trend profitieren die Grünen davon, dass die Wählerinitiative Pro Habichtswald am Brasselsberg nicht mehr angetreten ist. Wenn sich am Brasselsberg Grüne und SPD zusammentun, könnten sie statt Bodo Nordmeier (CDU) den Ortsvorsteher stellen.

Aus dem Rahmen fällt der Stadtteil Rothenditmold. Hier ist AUF-Kassel besonders aktiv und kommt auf 15,6 Prozent. Die Grünen, die in Rothenditmold bislang keine Rolle spielten, kamen aus dem Stand auf 20,7 Prozent. Die SPD muss sich voraussichtlich mit 39 Prozent begnügen (minus 6,3 Prozent). Der Rückgang bei der CDU ist mit 10,9 Prozent noch deutlicher. Die Union steht bei 24,9 Prozent.

Von Thomas Siemon

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.