Awet Tesfaiesus und Boris Mijatovic als Spitzenkandidaten gewählt – Listenplätze begehrt

Kasseler Grüne gehen mit Fraktionschefs in den Kommunalwahlkampf

 Awet Tesfaiesus und Boris Mijatovic sind das grüne Spitzen-Duo, hinten die Parteivorsitzenden Vanessa Gronemann und Daniel Stein
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Die Gesichter für den Wahlkampf: Awet Tesfaiesus und Boris Mijatovic sind das grüne Spitzen-Duo, hinten die Parteivorsitzenden Vanessa Gronemann und Daniel Stein.

Kasseler Grünen gehen mit ihren Fraktionschefs in den Kommunalwahlkampf Awet Tesfaiesus und Boris Mijatovic wurden als Spitzenkandidaten gewählt.

Kassel – Eine Partei im Aufwind hat es auch nicht leicht. Unter den 430 Mitgliedern der Kasseler Grünen sind inzwischen so viele Menschen, die in der Lokalpolitik mitgestalten wollen, dass die aussichtsreichen unter den 51 zu vergebenden Listenplätze für die Kommunalwahl im März 2021 teils hart umkämpft waren – zumindest unter den Männern. Bis zu neun Kandidaten bewarben sich mitunter um einen der begehrten Plätze .

Einigkeit herrschte bei der Kreismitgliederversammlung hingegen darüber, wer zum grünen Spitzenteam für den Wahlkampf gehören soll: Mit Traumergebnissen von 87 und 86 Prozent wurden Awet Tesfaiesus und Boris Mijatovic als Spitzenkandidaten gewählt. Sie gehören beide dem grünen Fraktionsvorstand in der Stadtverordnetenversammlung an.

Die 45-jährige Tesfaiesus verwies in ihrer Vorstellungsrede auf die jüngsten rechtsextremistischen Anschläge und die Ermordung Walter Lübckes. Der Anschlag von Hanau, bei dem im Februar zehn Menschen starben, stelle für sie eine Zäsur dar, sagte sie und kämpfte dabei mit den Tränen. „Wir müssen aufhören so zu tun, als hätte Rechtsextremismus nichts mit uns zu tun.“ Zudem will sich die Rechtsanwältin, die aufgrund ihrer Hautfarbe vor Gericht oft gefragt wird, ob sie die Dolmetscherin sei, entschiedener gegen alltägliche und institutionelle Diskriminierung von Menschen einsetzen.

Boris Mijatovic (46) setzte seinen Schwerpunkt beim Klima- und Umweltschutz, der vor Ort anfange. „Lasst uns für eine grünes Kassel streiten“, sagte der 46-Jährige, der als Referent für den Europa-Abgeordneten Martin Häusling arbeitet. Er gab ein konkretes Ziel vor: Kassel zur ersten klimaneutralen Großstadt Deutschlands zu machen. Noch ein Ziel oder doch zumindest Traum stand bei vielen Kandidatinnen und Kandidaten – bei den Grünen werden die Listen immer im Wechsel mit Mann und Frau besetzt – im Raum: „Ich habe so Bock drauf, dass wir stärkste Fraktion werden in Kassel“, formulierte es Christine Hesse, die auf Listenplatz 3 antritt. Die Ergebnisse der Landtagswahl vor zwei Jahren, bei der die Grünen in Kassel mit 24 Prozent nur knapp hinter der SPD landeten, erlauben solche Visionen durchaus.

Aus dem jüngsten Bruch der Koalition mit der SPD im Rathaus wolle und könne man jedoch kein Kapital im Wahlkampf schlagen, betonte Mijatovic. „Es gibt momentan nur noch Affekt.“ Die Grünen wollten aber für Inhalte und einen sachlichen Politikstil stehen.

Zuvor hatte er sich allerdings durchaus einen Seitenhieb auf Oberbürgermeister Christian Geselle erlaubt: Der sei als Alternative zur damals erfolglosen OB-Kandidatin Eva Koch „nicht vergnügungssteuerpflichtig“, sagte Mijatovic.

Von Katja Rudolph

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