Grüne Villa wird nächstes Jahr saniert

Die Villa wird nun endlich saniert: Die neuen Eigentümer wollen eine Etage der Immobilie an der Querallee selbst beziehen, die restlichen Wohnungen werden vermietet. Fotos:  Fischer

Kassel. „Wir freuen uns darauf, das Haus instand zu setzen. Wir sind uns seines Werts und seiner historischen Bedeutung bewusst“, sagen die neuen Eigentümer der Grünen Villa an der Querallee.

Eine Eigentümergemeinschaft - bestehend aus drei Personen - hat das markante Haus vom Land Hessen in einem Bieterverfahren gekauft. Um die 80 Bewerber hatten ein Angebot für die Villa abgegeben.

Rundgang durch die Grüne Villa

Donnerstagnachmittag gab es nun einen Ortstermin mit den neuen und alten Eigentümern an der denkmalgeschützten Immobilie, die zuletzt als Büro vom Hessischen Immobilienmanagement genutzt worden war. Das Land Hessen war als Eigentümer der im Jahr 1896 von einem jüdischen Geschäftsmann erbauten Villa in den vergangenen Monaten massiv in Kritik geraten. Vorwurf: Das Haus sei seit Jahren nicht gepflegt worden.

Land weist Vorwurf zurück

Prof. Luise Hölscher, Staatssekretärin im Finanzministerium, wies gestern den Vorwurf zurück, dass man die Villa bewusst habe verwahrlosen lassen. Das Land habe die Immobilie bis April dieses Jahres als Bürogebäude genutzt. Aus diesem Grund sei beispielsweise auch kein Geld in einen Balkon an der Vorderseite investiert worden, der mittlerweile durch Pfeiler gestützt werden muss. Solange die Frage ungeklärt war, ob das Gebäude weiterhin vom Land genutzt oder verkauft werden soll, habe es keinen Sinn gemacht, Geld in Schönheitsreparaturen zu stecken, erläuterte Hölscher.

Regiowiki

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Viel Geld werden jetzt die neuen Eigentümer in die Sanierung der Immobilie investieren müssen. Zum Kaufpreis und zur Investitionssumme schwiegen sie zwar, aber neue Fenster, neue Elektrik, neue Böden und die Sanierung der Balkone und der Fassade haben ihren Preis.

Auf den drei Etagen (200, 200 und 170 Quadratmeter) ist in wenigen Räumen noch das original Fischgrätparkett erhalten, in den meisten Zimmern liegt allerdings in die Jahre gekommenes Linoleum. In einigen Räumen, die über 4,50 Meter hoch sind, ist Stuck erhalten. Alte Türen tragen zum Charme der Immobilie bei.

Die neuen Eigentümer wollen den Durchgang zu dem in den 1950er-Jahren errichteten Anbau wieder schließen. Im Anbau sollen die drei Wohnungen (jeweils 117 Quadratmeter groß) saniert und anschließend vermietet werden.

Die Eigentümer wollen in eine Etage der Villa selbst einziehen. Eine weitere Etage soll als Praxis (zum Beispiel Anwalt oder Steuerbüro) vermietet werden. Gegebenfalls wollen die Eigentümer auch das Dachgeschoss vermieten. Dort waren ursprünglich die Dienstboten der Villa untergebracht.

Die Eigentümer haben es sich zum Ziel gesetzt, im kommenden Jahr mit der Sanierung fertig zu werden. In der nächsten Woche haben sie aber erst einmal einen Termin mit der Unteren Denkmalschutzbehörde, mit der alle Sanierungsarbeiten abgesprochen werden müssen.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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