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Trittin: „Ökologie ist Gerechtigkeit“

Kassel. Die Grünen wollen dafür streiten, dass Banken gesetzlich gezwungen werden, genügend Eigenkapital vorzuhalten, um teure Rettungsaktionen aus Steuergeld künftig zu vermeiden. Das erklärte Jürgen Trittin, Spitzenkandidat der Grünen für die Bundestagswahl am 22. September, bei seinem Wahlkampfauftritt auf dem Kasseler Königsplatz.

Die Frage sei: „Wie schaffen wir es, dass wir in Deutschland mit unserem Steuergeld nie wieder für die Schulden von Banken aufkommen?“

Selbst die Deutsche Bank verfüge nur über 2,6 Prozent Eigenkapital, sagte Trittin: „Alles andere ist nur geborgt“.

Trittin kritisierte das Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kinder nicht in Kindergärten schicken und kündigte an, die Grünen wollten diese Zahlungen abschaffen. Es müssten wegen des Betreuungsgeldes gerade solche Kinder zu Hause bleiben, die besonders auf eine Förderung angewiesen seien.

Video: Jürgen Trittin im HNA-Interview

Kritik übte Trittin auch an den Niedriglöhnen: „Es gibt Menschen, die für 3,40 Euro die Stunde an einem Bahnhof Brötchen verkaufen müssen.“ Die Grünen wollten sich dafür einsetzen, dass auch in Deutschland endlich ein gesetzlicher Mindestlohn festgesetzt wird.

„Ökologie ist nichts anderes als Gerechtigkeit“, rief Trittin vor etwa 200 Zuhörern aus und erinnerte an einen alten Plakattext der Grünen: „Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt.“ Gerecht sei nur, was kommenden Generationen „ein gutes Leben auf diesem Planeten schafft.“ Deshalb sei es falsch, dass deutsche Steinkohle- und Braunkohlekraftwerke weiter auf Hochtouren Strom produzieren würden, der dann im Ausland für zwei oder drei Cent pro Kilowattstunde verramscht werde. 

Der nötige Strom könnte bis 2020 zur Hälfte aus Wind und Sonne erzeugt werden. „Das geht, wenn man die Energiewende wieder in die Hände der Grünen zurückgibt“, sagte der Spitzenkandidat. (ach)

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