Sieben Millionen Euro sind seit 2002 in den Brückenhof investiert worden

Ein Hauch von Brasilien: (vorn, von links) Stefan Bürger (GWH), Rainer Lang (Planungsamt) mit Cennet, Architekt Erik Hanf, Medine sowie Sami (hinten, von links), Eshan und Merve gefällt das neu gestaltete Umfeld der Häuser Heinrich-Plett-Straße 21 bis 27. Foto:  Pflüger-Scherb

Oberzwehren. „Es ist hier alles viel schöner geworden“, sagen Sami (11) und Ehsan (10). Die Brüder zeigen auf die Spielgeräte und die Steine zum Hinsetzen. „Als das Holz kam, da habe ich auch mitgeholfen“, sagt Sami. Auch an den Blumenbeeten mit 6000 Pflanzen haben sie Gefallen gefunden.

Die Brüder leben in der Brückenhofsiedlung. Rund um die Hochhäuser Heinrich-Plett-Straße 21 bis 27 wurde das Umfeld neu gestaltet. Weitere 460 000 Euro wurden dafür aus dem Förderprogramm Stadtumbau West, das von Bund, Land und Stadt getragen wird, in die Siedlung investiert. Seit dem Jahr 2002 sind damit 3,5 Millionen Euro aus dem Förderprogramm in das Oberzwehrener Wohnquartier geflossen, sagt Rainer Lang vom städtischen Planungsamt. In einem städtebaulichen Vertrag wurde damals festgelegt, dass die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Hessen (GWH) die gleiche Summe zur Verfügung stellt, um Eingange, Fassaden und Treppenhäuser zu sanieren. Diese Investitionen haben sich laut GWH-Geschäftsstellenleiter Stefan Bürger nicht auf die Mieten ausgewirkt.

Landschaftsarchitekt Erik Hanf hat in einem Beteiligungsprojekt gemeinsam mit den Bewohnern Ideen für die Umgestaltung des Wohnumfelds gesammelt. 8500 Quadratmeter wurden neu gestaltet. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Einrichtung von Aufenthaltsflächen für die Mieter. Um die Freiräume besser nutzen zu können, wurde die Einfahrt zum nebenan gelegenen Parkhaus von der Heinrich-Plett-Straße zur Straße ,Auf dem Angel‘ verlegt. Auf der Fläche hat Hanf einen rund 450 Quadratmeter großen Multifunktionsplatz mit Abendterrasse eingerichtet. Eine vier Meter hohe Pergola sorgt für eine Beleuchtung des Platzes. An der Straße ,Auf dem Angel‘ wurde die passende Morgenterrasse angelegt. Abseits der Straße wurde ein Spielplatz mit Schaukel, Trampolin und Drehscheibe eingerichtet. Zudem wurden die Müllstandorte zusammengelegt und durch abschließbare Stationen ersetzt.

Die Sanierung stand unter dem Motto „Viva Brasilia“. Bei der Gestaltung hätten brasilianische Einflüsse eine Rolle gespielt, sagt Hanf. Die auf dem Asphalt aufgebrachten Muster seien nach Vorbildern der Copacabana entstanden. Der Architekt war von der Beteiligung der Mieter der 330 betroffenen Wohnungen begeistert. „Alle wurden angesprochen, zehn Prozent haben mitgemacht. Das ist eine gute Zahl.“ Lang verweist zudem auf das Engagement des Frauentreffs Brückenhof. „Das ist hier ein Anker vor Ort.“

Als vor neun Jahren mit der Neugestaltung begonnen wurde, da habe es noch die Idee gegeben, Hochhäuser zurückzubauen, sagt Lang. Damals habe es Leerstand gegeben. Das habe sich geändert. Laut Bürger sind alle Wohnungen vermietet. „Die Sanierung des Brückenhofs ist eine Erfolgsstory“, sagt Hanf.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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