Hohe Nachfrage: Wegen der Bauplatz-Knappheit müssen sich Käufer von Idealvorstellungen verabschieden

Grundstücks-Markt ist leer gefegt

Dirk Goebel

Kassel. Ein unverkäufliches Grundstück ist Dirk Goebel, Inhaber des Kasseler Immobilienbüro Engel & Völkers, schon lange nicht mehr untergekommen. Derzeit sei die Nachfrage einfach zu groß. Für Kaufinteressenten bedeute dies, dass sie nicht zu wählerisch sein sollten.

„Wer ein Grundstück am Wald, in Laufweite zum nächsten Supermarkt und nah zum nächsten Autobahnzubringer sucht, der wird enttäuscht“, sagt Goebel.

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In anderen Kasseler Immobilienbüros fallen die Einschätzungen zum Kasseler Grundstücksmarkt sehr ähnlich aus: Marcus Stanger von Hoesch-Kröger-Kampe kann nur noch zwei Baulücken anbieten, wo Käufer an bestehende Reihenhäuser anbauen müssen. Zudem gebe es noch ein Grundstück, auf dem eine alte Immobilie steht. Diese müsse zunächst vom Bauherren abgerissen werden.

Siegfried Putz, Geschäftsführer von Putz Immobilien, hat kein leer stehendes Grundstück im Angebot. Putz bietet am Lindenberg nur noch einen Bauplatz an, wo ebenfalls erst ein Abriss ansteht. „Diesen Aufwand nehmen Käufer wegen der hohen Nachfrage aber auf sich“, sagt Putz. Wenn noch Bauplätze entstünden, seien es häufig einstige Gartenflächen, die von den Eigentümern verkauft würden.

Hödtke & Morold Immobilien sind leer gekauft. „Zurzeit haben wir im Stadtgebiet keine Grundstücke“, sagt Geschäftsführer Dag-Samir Hödtke. Aber auch im Speckgürtel von Kassel werde es wegen der sehr starken Nachfrage immer schwieriger, freie Bauflächen zu finden. „Kompromisse sind nötig. Wer mit zu eng gesteckten Kriterien auf die Suche geht, wird keinen Erfolg haben“, sagt Hödtke. Auch Bauplätze in der zweiten Reihe oder an Hauptstraßen sollten nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden.

Alexander Alter, Geschäftsführer von Leineweber Immobilien und Landesvorsitzender des Immobilienverbandes Deutschland (IVD), kann ebenfalls keine Bauplätze in Kassel anbieten. Fündig würden Bauwillige am ehesten „in Richtung Schwalm-Eder-Kreis“.

Bei der Immobilien-Tochter der Sparkasse gibt es noch genau ein Grundstück, das noch zum Verkauf steht, sagt Michael Krath, Sprecher der Kasseler Sparkasse.

Die Stadt Kassel hatte ihre letzten 17 Grundstücke in den Gebieten Dessenborn (Wolfsanger), E.T.A.-Hoffmann-Straße (Fasanenhof) und Altanenwiesenweg (Harleshausen) Anfang des Jahres verkauft. Weitere neun Bauplätze im Triftweg (Wolfsanger) und der Schlossäckerstraße (Kirchditmold) sind bereits reserviert. Die Vermarktung der vier neuen Gebiete (siehe Grafik) soll frühstens in einem Jahr beginnen.

Von Bastian Ludwig

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