1500 gespenstische Gestalten pilgerten an Halloween vom Schloss zur Löwenburg

Grusel-Nacht im Bergpark

Die gute Fee: Alexia-Tabea (4) ist mit einem selbst geschnitzten Kürbis zum schaurig-schönen Spektakel gekommen. Fotos: Schoelzchen

Kassel. Ein riesiges Kinderfest hatte sich der neue Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (mhk), Professor Bernd Küster, als erste große Veranstaltung seiner Amtszeit gewünscht. Der Wunsch wurde ihm am Samstagabend von 1500 begeisterten Kindern und ihren Eltern erfüllt, die zum Halloween-Fest eine der schönsten Veranstaltungen erlebten, die es seit vielen Jahren im Bergpark gab: Das schaurig-schöne Nachtspektakel.

Schon lange vor dem offiziellen Beginn tummeln sich gespenstische Gestalten und ulkige Typen auf der Wiese vor dem Schloss: Hexen, Vampire und Teufel, aber auch Feen, Prinzessinnen und Zauberlehrlinge. Viele haben selbst geschnitzte und ausgehöhlte Kürbisse mitgebracht, die ein orangefarbenes Licht auf die Szenerie werfen. Punkt 18 Uhr tritt Zeremonienmeister Stefan Becker vom Spielraumtheater vor das bunte Völkchen und erklärt, welche Abenteuer im Bergpark auf die Unerschrockenen warten.

1500 Menschen zwischen zwei und siebzig Jahren begeben sich daraufhin im Schein von Fackeln und Lampions auf den Marsch zur Löwenburg, um dort den schwarzen Ritter von seinem Fluch zu erlösen. Die Atmosphäre könnte gespenstischer kaum sein: Der helle Mond leuchtet über den verwunschenen Bergpark-Wegen, ab und zu von einer Wolke verdeckt. Wenn auch noch ein Schwarm Kraniche laut schnatternd am Nachthimmel gen Süden zieht, können sich selbst Erwachsene nicht gegen ihre Gänsehaut wehren.

Hat man sich auf dem dunklen Weg noch mit lauten Zurufen Mut gemacht, so wird die Stimmung angesichts der schemenhaft ausgeleuchteten Löwenburg immer gedämpfter. Der Zeremonienmeister bittet die Kinder und Erwachsenen - auch sie zum größten Teil verkleidet -, vor dem Burgtor eine Gasse zu bilden. Dreimal muss nun laut gegen das Tor geklopft und nach dem schwarzen Ritter gerufen werden. Da öffnet sich die Tür und auf einem schwarzen Pferd sitzend galoppiert er durch das Menschenspalier in die Nacht hinein. Jetzt stürmen die Menschen die Burg und feiern zu Theaterdarbietungen und Feuerspektakeln ein Fest, an das man sich im Bergpark noch lange erinnern wird.

Von Wilhelm Ditzel

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