Gelände wird als Gewerbegebiet erschlossen

Güterbahnhof wird zerlegt - Fraunhofer will 2016 mit Neubau beginnen

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Halle nur noch Gerippe: Um die Gebäude auf der Nordseite des Hauptbahnhofs abzureißen, werden sie derzeit entkernt und Schadstoffe entfernt. Nach Fronleichnam soll der Abrissbagger anrücken.

Kassel. Auf der Nordseite des Hauptbahnhofs wird klar Schiff gemacht: Dort sind die Bauarbeiten für den Abriss des ehemaligen Güterbahnhofs im Gange. Das 60.000 Quadratmeter große Gelände wird bis 2015 als Gewerbegebiet erschlossen.

Auf dem Areal will die Fraunhofer-Gesellschaft neu bauen, um seine Institute IWES (Institut für Windenergie und Energiesystemtechik) und IBP (Institut für Bauphysik) an einem Ort zu vereinen. Fraunhofer wird zunächst die gute Hälfte des Gewerbegebiets belegen. Bis der Neubau beginnen kann, ist aber noch viel zu tun.

Aktuell wird der Abriss der großen Güterbahnhofs-Hallen vorbereitet. Die Entkernung sei bereits weit vorangeschritten, auch das Dach ist zum großen Teil schon abgedeckt, sagt Carl Flore vom Stadtplanungsamt. Nach Fronleichnam soll der große Kneifbagger anrücken, um das Gebäude endgültig abzureißen.

Den Bau vorher zu zerlegen sei wichtig, damit nachher keine Schadstoffe im Bauschutt sind, erklärt Flore. Die Eternit-Dächer enthielten beispielsweise noch Asbest, Fliesen könnten mit alten, giftigen Klebern belastet sein. „Wir haben auch Ofenschlacke gefunden“, berichtet Flore. „Offensichtlich haben die Lokführer früher einfach den Rost ihrer Loks umgedreht.“

Gefährliches könnte auch im Boden stecken: Parallel zu den Arbeiten wird das Areal auf Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg sondiert. Noch lasse sich aber nicht absehen, ob dort tatsächlich noch Bomben unter der Erde liegen, sagt Flore.

Das muss geklärt werden, weil ab Herbst gebuddelt wird: Dann beginnt der Bau der Abwasserkanäle. An der Schillerstraße werde in diesem Zuge ein Regenrückhaltebecken gebaut. Auch die elektrischen Leitungen und die Frischwasserversorgung müssten noch eingerichtet werden. „Wir arbeiten uns Schritt für Schritt voran“, sagt Flore.

Auch eine neue Straße muss gebaut werden, die das Gewerbegebiet durchqueren soll, dessen Größe in etwa acht Fußballfeldern entspricht.

Im Herbst 2015 will die Stadt mit der Erschließung fertig sein. Dann kann Fraunhofer mit den Bauarbeiten durchstarten: Anfang 2016 solle laut Pressesprecher Uwe Krengel mit dem Neubau begonnen werden. Wenn alles glatt läuft, soll das Gebäude 2019 von den Mitarbeitern bezogen werden.

Platz für 320 Mitarbeiter

Der Neubau für das IWES, das derzeit auf verschiedene Standorte in der Stadt verteilt ist, soll Platz für 320 Mitarbeiter bieten. Anfang Juli wird der Architektenwettbewerb entschieden. 20 Büros sind mit ihren Entwürfen für das Projekt im Rennen. Wenn das Gebäude 2019 steht, ist aber noch nicht Schluss. In einem zweiten Bauabschnitt, für den noch kein genauer Zeitplan steht, will die Fraunhofer-Gesellschaft einen weiteren Neubau hochziehen. Darin entstehen weitere 230 Arbeitsplätze für das IWES. Auch das IBP soll mit 50 Mitarbeitern soll dort einziehen. Die Gesamtinvestitionen betragen 100 Mio. Euro.

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