Party-Zwist in Waldau: Verfahren eingestellt

Gütliches Ende einer Prügelei

Kassel. Plötzlich ging doch alles ganz schnell. Im Prozess um eine brutale Schlägerei in Waldau, der wegen fehlender und erstaunlich vergesslicher Zeugen zu einer langwierigen Veranstaltung zu werden drohte, haben sich die Beteiligten überraschend auf ein gütliches Ende verständigt. Wie Amtsgerichtssprecher Reinhold Kilbinger berichtete, wurde das Verfahren eingestellt. Als Auflage müssen die Angeklagten ein Schmerzensgeld an die Geschädigten zahlen.

Auf diesen Ausgang habe man sich geeinigt, nachdem wenigstens eines der zwei mutmaßlichen Opfer doch noch vernommen werden konnte – und dabei, wie es auch die wichtigste Belastungszeugin schon getan hatte, frühere Aussagen bei der Polizei relativierte.

Die jungen Männer, die wie die Angeklagten 23 Jahre alt sind und sich mit ihren einstigen Widersachern längst wieder vertragen haben sollen, waren zunächst beide nicht zum Prozess erschienen.

Bei der Auseinandersetzung im Juni 2010 hatten sie schwere Verletzungen davongetragen – von einer Gehirnerschütterung bis zu gebrochenem Kiefer und Jochbein. Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten deshalb gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung vor: Sie hätten nicht nur mit Fäusten zugeschlagen, sondern auch mit einer Bierflasche. Und auch als einer ihrer Gegner bereits auf dem Boden lag, hätten sie noch auf ihn eingetreten.

Die angeklagten Freunde hatten vor Gericht zwar Schläge und Tritte zugegeben, ihren Kontrahenten aber die Schuld an dem eskalierten Streit gegeben: Angefangen hätten die anderen. Der morgens mit viel Alkohol im Blut geführten Schlägerei war offenbar eine Party vorangegangen, bei der einer der Angeklagten angeblich seiner Ex-Freundin zu nah gekommen war. (jft)

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