Hubschrauberlandeplatz Rot-Kreuz-Krankenhaus: Anwohnerinitiative sieht sich bestätigt

Rettungshubschrauber Christoph 7: Gutachter empfiehlt Schallschutz

Michael Gribner

Wehlheiden. Nachbarn des Rot-Kreuz-Krankenhaus in Wehlheiden sehen sich durch ein Lärmgutachten, das das Krankenhaus hinsichtlich des Einsatzes des neuen Rettungshubschraubers in Auftrag gegeben hat, bestätigt. Das Gutachten war der Anwohnerinitiative bei einer Veranstaltung im Regierungspräsidium Kassel vorgestellt worden.

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Demnach werde es in einem kleineren Umkreis um das Krankenhaus durch den neuen Hubschrauber so laut, dass eine Überschreitung der sogenannten Zumutbarkeitsschwelle zu erwarten sei, heißt es in dem Gutachten. Für diesen Bereich empfiehlt der Gutachter die Prüfung, ob und in welchem Umfang den Anwohnern Schallschutzmaßnahmen zu erstatten sind.

Sprecher der Anwohnerinitiative weisen darauf hin, dass die Stadt Kassel in Gebieten dieser Art neue Wohnsiedlungen nur mit Lärmschutzmaßnahmen ausweisen würde - wenn überhaupt. Kein Verständnis haben sie dafür, dass die Empfehlung des Gutachters nicht in der Genehmigung verbindlich berücksichtigt werde. Das Regierungspräsidium sehe im Lärmschutz vielmehr eine freiwillige Leistung des Krankenhauses.

Michael Gribner, Geschäftsführer des Rot-Kreuz-Krankenhauses sagt, dass die Standortfrage für den Hubschrauber-Landeplatz im Regierungspräsidium Gießen entschieden werde und dass mehrere Prüfungen in den vergangenen zehn Jahren keine Notwendigkeit für Änderungen ergaben. Zudem verweist er auf die Klage zweier Anwohner gegen das Land Hessen vor dem Kasseler Verwaltungsgericht, über die noch zu entscheiden sei. Diese Anwohner beschweren sich über die Lärmbelastung und kritisieren, dass sie an dem Genehmigungsverfahren für den Hubschrauberlandeplatz nicht beteiligt wurden.

Die Anwohnerinitiative fordert zudem eine Offenlegung der bisherigen Prüfungen und die Erstellung einer vergleichenden Standortuntersuchung für die Stationierung von Christoph 7 in Fuldatal.

3049 Flugbewegungen

Innerhalb des vergangenen Jahres habe es 3049 Flugbewegungen am Rot-Kreuz-Krankenhaus gegeben, hatte Dr. Thomas Köhler, leitender Notarzt von Christoph 7, Anfang diese Jahres erklärt. Pro Tag wären das 8,35. Jede Flugbewegung verursache etwa vier Minuten Lärm. Durchschnittlich leiden die Anwohner demnach unter einer halben Stunde Fluglärm pro Tag. Im vergangenen Jahr wurden 244 Patienten mit dem Hubschrauber zum Rot-Kreuz-Krankenhaus zur Behandlung gebracht. Das geht aus der Jahresstatistik hervor. (use)

Archivfoto:  Socher/nh

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