Für die gute Arbeit: Anwohner machen Bauarbeitern großzügiges Geschenk

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Begeisterte Anwohner: Obwohl die Ziegelstraße in Wehlheiden noch nicht fertiggestellt ist, machten Anwohner den Bauarbeitern schon jetzt ein Geschenk. „Die haben hier wochenlang tolle Arbeit gemacht“, sagt Rüdiger von Schenck (vorne rechts). Im Namen der Nachbarschaft übergab er Christian Krebs, Juniorchef der Baufirma Krebs aus Glasehausen (links), ein Geldgeschenk.

Wehlheiden. Der Kasseläner mährt ja gerne mal – zum Beispiel wenn etwas neu gebaut wird. Dann stimmt hier etwas nicht, da etwas nicht, und sowieso: die Bauarbeiter sind die Allerschlimmsten. Nicht so an der Ziegelstraße.

Seit gut drei Monaten wird die schmale Straße in Wehlheiden komplett erneuert – und die Bauarbeiter werden dafür von den Anwohnern regelrecht gefeiert.

Am Montag gab es sogar ein üppiges Geldgeschenk mit einem Dankesbrief, den immerhin 22 Nachbarn unterschrieben haben. Elf Anwohner trafen sich am Vormittag zur Geschenkübergabe auf offener Straße. Die Straßenbauarbeiter staunten nicht schlecht. Auch Juniorchef Christian Krebs aus Glasehausen im Eichsfeld nahm das Trinkgeld zunächst etwas ungläubig, dann aber gerne entgegen.

„Obwohl hier noch 14 Tage lang gebaut wird, sind wir schon jetzt vom Ergebnis der Arbeit ganz begeistert“, sagen Klaus Löffel und Rüdiger von Schenck. Die beiden haben die Geschenk-Aktion federführend organisiert. „Alles ist so geworden, wie das vorher mit der Stadt abgesprochen wurde. Zudem haben sich die Arbeiter richtig ins Zeug gelegt – und das bei jedem Wetter“.

Hilfe bei der Post

Aber nicht nur das: Denn nicht zuletzt seien die Arbeiter stets sehr zuvorkommend und freundlich gewesen. Post-Pakete transportierten sie per Radlader bis vor die Haustüren, weil das Postauto die aufgerissene Straße nicht befahren konnte. Auch wurden Gelbe Säcke und Mülleimer gerne mal mit dem Bagger bis ans Ende der Ziegelstraße gefahren, damit die Anwohner die schweren Tonnen nicht selbst zum Müllwagen durch den Dreck ziehen mussten.

„So viel Freundlichkeit seitens der Bauarbeiter ist beeindruckend“, sagt selbst Doris Nusser vom Straßen- und Tiefbauamt, die die Straße geplant hat. „Dass aber die Nachbarschaft das auch zu würdigen weiß, finde ich noch viel beeindruckender“. In ihren 25 Dienstjahren habe sie solch eine Aktion noch nicht erlebt.

Begeistert ist auch der kleine Samuel mit seinen zweieinhalb Jahren. „Seit die Bagger durch die Straße fahren, brauche ich gar nicht mehr so weit zum Spielplatz laufen“, sagt die Mutter Rebecca Gaußmann. Die Arbeiter hätten ihren Jungen sogar schon zum Mitfahren auf einem Radlader eingeladen. „Aber Samuel hat sich dann doch nicht getraut.“

Von Boris Naumann

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