Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC)

Kassel hat aufgeholt: Gute Noten für den Radverkehr

Platz für Radfahrer: Auf Kassels Straßen sind zahlreiche Radstreifen entstanden, wie hier auf der Breitscheidstraße. Archivfoto: Koch

Kassel. Es hat sich einiges getan: Radfahrer schätzen die Bedingungen für den Radverkehr in Kassel weitaus besser ein als noch vor sieben Jahren. Dies hat eine Befragung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ergeben.

In der Kategorie „Aufholer“ landete Kassel bei Städten mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern auf Platz zwei - hinter Potsdam und vor Darmstadt.

„Das ist eine tolle Bestätigung unserer Bemühungen der vergangenen Jahre, gleichwertig gute Bedingungen für alle Fortbewegungsmittel zu schaffen“, sagt Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Der ADFC-Fahrradklima-Test 2012 bescheinigt der Stadt Kassel eine überdurchschnittliche Entwicklung seit 2005.

In der Gesamtwertung belegt Kassel den 19. Platz unter 42 deutschen Städten. Spitzenreiter in der Gruppe gleich großer Städte ist Erlangen, gefolgt von Oldenburg und Hamm. Im Vergleich der fünf hessischen Großstädte landete Kassel auf Platz 3 - hinter Frankfurt und Darmstadt und vor Wiesbaden und Offenbach. Besonders positiv bewertet wurden das Fahrradmietsystem Konrad und die Möglichkeit, Räder kostengünstig im öffentlichen Nahverkehr mitzunehmen. Gute Noten gaben die Radfahrer Kassel auch für die Oberflächenbeschaffenheit der Radwege, die Ausschilderung der Radwege, die Zahl der Abstellanlagen für Räder und die Förderung des Radverkehrs.

Nachholbedarf sehen die Radler bei der Öffnung von Einbahnstraßen, damit diese von Radfahrern auch in Gegenrichtung befahren werden können. Dass die Bedingungen in Kassel trotz kritischer Debatten überdurchschnittlich gut bewertet wurden, sieht Stadtbaurat Nolda als Zeichen, dass Kassel auf dem richtigen Weg ist.

„Das freut uns Grüne natürlich besonders“, sagt Landtagsabgeordnete Karin Müller über das gute Abschneiden. „Es ist immer noch viel Luft nach oben, aber die Richtung stimmt.“ Jetzt gelte es, weitere Verbesserungen zu erreichen.

Hessen Verkehrsminister Florian Rentsch sieht in dem guten Abschneiden Kassels und anderer hessischer Städte eine Bestätigung der hessischen Radverkehrsförderung. „Eine moderne Verkehrspolitik setzt auf alle Verkehrsträger“, erklärt Rentsch. Das Land unterstütze die Kommunen beim Ausbau einer fahrradfreundlichen Infrastruktur mit mehreren Millionen Euro pro Jahr.

Unterstützung aus Berlin

Der Test, der unter anderem vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung unterstützt wird, fand zum fünften Mal statt. Daran teilgenommen haben bundesweit 80 000 Radfahrer. Ihre Antworten auf 27 Fragen in fünf Kategorien geben Aufschluss darüber, wie willkommen sie sich auf den Straßen ihrer Städte fühlen. (els)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.