Über 90 Prozent der Eltern sind zufrieden mit Betreuung ihrer Kinder unter drei Jahren

Gute Noten für Tageseltern

Erfahren und qualifiziert: Tagesmutter Carmen Schmauch aus Kassel betreut die Mädchen Ella (links) und Ronja. Seit 2008 hatte sie insgesamt 20 Tageskinder in ihrer Obhut. Unser Foto entstand im Januar. Archivfoto: Koch

Kassel. Eltern geben Tagesmüttern und -vätern in Kassel gute Noten. Über 60 Prozent sind mit der Betreuung ihres Kleinkindes „sehr zufrieden“, über 30 Prozent sind „zufrieden“. 95 Prozent gaben an, dass ihr Kind gern in die Tagespflege geht, 83 Prozent würden die Tageseltern uneingeschränkt weiterempfehlen.

„Das ist ein riesiges Lob an die Adresse unserer Tageseltern“, sagt Jugendamtsleiterin Judith Osterbrink. Zudem lege das städtische Jugendamt hohe Maßstäbe an die Qualifizierung und Fortbildung der zurzeit 115 Tagespflegepersonen (davon drei Tagesväter) an. Zu den vorgeschriebenen 160 Stunden Vorbereitung gibt es weitere Kursangebote. Kooperationspartner ist die Fachschule für Sozialpädagogik an der Elisabeth-Knipping-Schule. „Wir bekommen von unserem Tagespflegepersonal rückgemeldet, dass es sich gut begleitet fühlt“, sagt Ingrid Deussner von der Fachstelle Kindertagespflege. Eine Befragung der Eltern hat das Jugendamt jetzt zum ersten Mal vorgenommen. 335 Eltern von Kindern unter drei Jahren in Tagesbetreuung waren angeschrieben worden, 194 Fragebögen kamen zurück.

Ab 2013 haben Eltern von unter Dreijährigen einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung. Die Bundesregierung schreibt den Kommunen vor, bis dahin für 35 Prozent aller Kleinkinder einen Betreuungsplatz vorzuhalten. „Die Tageseltern sind ein wichtiger Baustein“, sagt Jugenddezernentin Anne Janz. Umso mehr, als die meisten Eltern für ihre Kinder bis 18 Monate eine Tagespflege in einem ruhigeren Umfeld bei Tageseltern einer Kita vorzögen. In Kassel gibt es 9000 Betreuungsplätze für Kinder bis zwölf Jahre. 1400 davon sind U3-Plätze. 300 fehlen, um die Vorgabe zu erfüllen. Es werde kontinuierlich am Ausbau der Betreuungsplätze gearbeitet, sagt Janz. Geplant ist, 192 Betreuungsplätze in diesem und 370 im kommenden Jahr zu schaffen. Auch wenn das 35-prozentige Angebot erreicht werde, decke das nicht den tatsächlichen Bedarf in Kassel ab, befürchtet Janz.

Andere hessische Städte kommen da auf bessere Ergebnisse. So erreicht beispielsweise Fulda eine Betreuungsquote von über 50 Prozent, bekommt aber im Verhältnis nicht mehr Geld von Bund und Land. Mit der Frage konfrontiert, warum Kassel schlechter als andere abschneidet, sagt Janz: „Wir können nur im Rahmen unserer Möglichkeiten Gas geben. In Kassel werden die Investitionskosten aufgrund der Haushaltslage gedeckelt.“ Das sei eine Magistratsentscheidung. Das Problem bestehe darin, dass der Etat der Jugendhilfe gleich bleibe, aber Betreuungsplätze ausgebaut werden müssen. Foto: Hein

Von Christina Hein

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