174 000 Ausleihen im Jahr 2013

Guter Winter für Konrad: Mieträder wurden bei mildem Wetter rege genutzt

Kassel. Der milde Winter hat dem Kasseler Fahrradvermietsystem Konrad Auftrieb gegeben: Seit November wurden die grün-weißen Räder deutlich häufiger genutzt als im Vorjahreszeitraum. Nach Angaben der Rathaus-Pressestelle wurden im Schnitt 300 Konrad-Fahrten pro Tag gezählt.

Im Winter zuvor waren es täglich 50 bis 100 Fahrten gewesen.

Im gesamten Jahr 2013 haben 30.350 registrierte Nutzer die Räder für fast 174 000 Einzelfahrten ausgeliehen, sagte auf HNA-Anfrage die Deutsche Bahn, deren Tochter DB Rent Anfang 2013 den Betrieb des Konrad-Systems von der Stadt Kassel übernommen hat. Dies war das erste volle Konrad-Betriebsjahr in Kassel und ebenso das erste Jahr ohne Sondereffekte wie die documenta.

Seit Ende dieser Woche ist wieder die gesamte Flotte der 500 Konräder auf Kassels Straßen – rechtzeitig zum frühlingshaften Wetter, denn der 13. März war mit 600 Fahrten zugleich der stärkste Ausleihtag dieses Winters. Während der vergangenen viereinhalb Monate stand nur knapp die Hälfte der Konräder an den 53 Stationen zur Ausleihe bereit.

Im Winter mit halber Flotte

Drei neue Stationen ab April

In den kommenden Wochen werden im Stadtgebiet drei zusätzliche Konrad-Stationen eingerichtet, und zwar an der

• Kreuzung Schillerstraße und Sickingenstraße,

• Einmündung der Hegelsberg- auf die Bunsenstraße (beide im Stadtteil Nord-Holland) sowie

• Ecke Kohlenstraße und Am Heimbach beim dortigen Studentenwohnheim „Black Box“ in Wehlheiden.

Damit wächst das Konrad-Netzwerk auf 56 Stützpunkte. Die neuen Standorte wurden mit der Uni Kassel abgestimmt, sagte Frank Harnack von der Betreiberfirma DB Rent. Die Bauaufträge seien vergeben, im April sollen die drei neuen Stationen in Betrieb gehen.

Die anderen Räder waren eingelagert und bekamen reihum eine ausführliche Winter-Inspektion, berichtete Frank Harnack von DB Rent in Kassel. Nicht nur wegen der geringeren Nachfrage in der kalten Jahreszeit, auch um die Räder zu schonen, sei dieAusleihflotte den Winter über verkleinert worden. „Falls Bremsen und Gangschaltungen über Nacht einfrieren und dann betätigt werden, reißen bei den Rädern immer mal wieder die Züge“, sagte der Betriebsleiter des Konrad-Systems.

Auf dem Gelände des Güterbahnhofs Niederzwehren machten Harnack und sein sechsköpfiges Team am Freitag die letzten Konräder frühlingsfit. Grundsätzlich sei deren Technik robust, ein neuralgischer Punkt seien vor allem die charakteristischen grünen, fest angebauten Transportkörbe. Die würden häufig durch unsachgemäße Behandlung zerstört – etwa wenn ein nicht vorgesehener Mitfahrer den Kunststoff mit dem Hinterteil zusammendrückt und zum Platzen bringt. Zudem seien die Boxen, die den Nutzwert der Mieträder erhöhen sollen, gezieltem Vandalismus ausgesetzt, berichtet Harnack. Irgendjemand besprühe die Körbe mit immer gleichen Symbolen, bereits die Hälfte aller 500 Konrad-Körbe habe das Wartungsteam deshalb schon mit scharfer Chemie behandeln oder ganz auswechseln müssen.

Probleme mit Müll in Körben

Ein weiteres Problem sei, dass die Körbe wie Mülleimer behandelt und zur Entsorgung aller möglichen Dinge missbraucht würden. „Gemessen an dem, was wir da jeden Tag alles rausholen, müsste Kassel eigentlich eine blitzsaubere Stadt sein“, sagte Harnack mit Galgenhumor: Kaputte Musikanlagen, weihnachtlicher Tannenschmuck, volle Babywindeln und vor allem auch jede Menge Zettelwirtschaft von faulen Flugblattverteilern müssten die Mietrad-Betreuer entsorgen.

Von Axel Schwarz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.